Druckschrift 
7,1 (1832) Die Kreuzzuege des Königs Ludwig des Heiligen und der Verlust d. heiligen Landes
Entstehung
Seite
214
Einzelbild herunterladen
 

214 Geschichte der Krcuzzüge. Buch VIII. Kap. VH.

und einen gefangenen Bürger ans Paris herbeyführen. Alsdieser Bürger sein Befremden darüber äußerte, daß der Se-neschall an einem Freylage Fleisch äße, und Joinville, durchdiesen Vorwurf beunruhigt, seinen Teller zur Seite schob,so tröstete ihn der Admiral durch die Bemerkung, daß ihmnicht als Sünde von Gott angerechnet werden könnte, waser unwissentlich gethan hatte; und Joinville bemerkt, daßzwar nach seiner Befreyung der päpstliche Legat sein Ge-wissen durch denselben Trostgrund beruhigte, er es aber dochnicht versäumte, zur Buße für jene Verletzung seiner Pflichtseit dieser Zeit an jedem Freytage der Fasten nur Brotund Wasser zu genießen. Am folgenden Sonntage führteder Admiral den Seneschall zu Schiffe nach Mansurah, woder König bereits sich befand, gab ihm, als sie an das Landgegangen waren, ein Pferd und ließ ihn zu seiner Seitereiten, als er ihn über eine Schiffbrücke in die Stadt undzu einem Gebäude führte, wo von Schreibern des Sultansder Name des Seneschalls ausgeschrieben wurde. Indemder theilnehmende Admiral seinen Gefangenen verließ, spracher zu ihm:von nun an kann ich euch nicht ferner beglei-ten, ich bitte euch aber, den Knaben, welchen ihr bey euchhabt, nicht von eurer Hand zu lassen, damit ihn die Sara-cenen euch nicht nehmen." Dieser Knabe war Bartholo-mäus, der zehnjährige natürliche Sohn des Herrn Ami vonMontbeliard, Montfaucon und Bar. Joinville wurde hier-auf in ein Haus gebracht, wo die übrigen französische» Ba-rone ebenfalls bewahrt wurden, welche ihn mit großerFreude empfingen ^). Einige Tage später wurden sammt-liche Barone in ein anderes Gebäude geführt, und dorthatten sie noch nicht lange verweilt, als ein großer Haufe

7) loinvMs x. 70. 7». Des Knaben Bartholomäus erwähnt Joinvillenoch einmal x. gs.