200 Geschichte der Kreuzzüge. Buch VIII. Kap. VI.
Philipp von Montfort: „ihr sehet nunmehr wohl, daß keinVertrag möglich ist, denn eure Leute sind gefangen." Phi-lipp von Montfort hatte jedoch dem glücklichen Umstande,daß er in jenem schlimmen Augenblicke als Unterhändler Ver-den Saracenen sich befand, es zu danken, daß er nicht alsKriegsgefangener betrachtet wurde, sondern seine Freyheitbehielt
lieber die Gefangennehmung des Königs ist kein um-ständlicher Bericht uns überliefert worden, und Ludwig selbstin dem Schreiben, in welchem er seinen Unterthanen denunglücklichen Ausgang seiner Kreuzfahrt meldete, beschränkteseine Erzählung von seinem eigenen Schicksale und dem Miß-geschicke seines Heers auf folgende einfache Worte: „DieSaracenen überfielen mit ihrer gesammten Macht und inunendlicher Menge auf unserm Rückzuge das christliche Heer,und es geschah, daß wir mit göttlicher Zulassung, und wiees unsere Sünden verdienten, in die Hände der Feinde ge-riethen; wir selbst, unsere Brüder, die Grafen Alfons vonPoitiers und Karl von Anjou, und alle, welche mit uns zuLande zurückkehrten, fielen nicht ohne großen Verlust anTobten und das Vergießen vielen christlichen Blutes in Ge-fangenschaft, und keiner entrann Nur Wilhelm
H2) Or avint ainsi gno inonsei-gnour ^-ireiixpe, Die tonte Iinsrro8-iil ektoierit xri?, et ii I,e Io knI>LS, xorirocgnv ii estoit Message,ssiuviile a. a. O.
IIZ) Lpistola 8. Imstovici x. 429.Indem Wilhelm von NangiS cx.ZLö)diese Stelle mittheilt, setzt er statt xec-catis iioslris cxi^eorilius, was ihmvielleicht nicht als der Würde des Kö-nigs passend erschien: xoeoaris kor-tasse niiDiornin exigenlibus, undauch Vineenz von BeauvaiS ixxxi.
Ivo) setzt: kortasse pevcakis aiiguo-rnm exigenlibns. Matthäus Parissst 1250. x. 7gz bemerkt, ohneirgend einen bcsondern Umstand derGefangennehmung des Königs zu er-wähnen, eS sey dies das erste Malgewesen, dag ein französischer Königin Gefangenschaft gerieth, und derGraf Richard von Cornwallis habegerade an dem Tage, an welchemLudwig in die Gewalt der Saracenenfiel, bey dem Papste Jnnocenz IV.gespeist.