Rückzug der Kreuzfahrer über den Kanal. 191
als er eines Tages wahrend dieser Krankheit vor seinemBette die Messe singen ließ, so fiel sein Priester, welcherebenfalls von der Lagerseuche ergriffen war, während derheiligen Handlung plötzlich in Ohnmacht; der Seneschallaber, welcher angekleidet in seinem Bette lag, raffte sich aufund hielt mit seinen Armen den kranken Priester so langeaufrecht, bis er die Messe vollendet hatte, nach welcher erkeine andere mehr sang "). So wie die Menschen in die-ser schrecklichen Krankheit in großer Zahl starben, eben sowurden auch die Pferde, für welche cs eben so sehr als fürdie Menschen an gesunder Nahrung gebrach, durch einebösartige Seuche vertilgt s«).
Da die Noth der Kreuzfahrer mit jedem Tage sich ver-schlimmerte, und mehrere Pilger, denen die Mittel fehlten,die hohen Preise, für welche kärgliche Lebensmittel noch feil-geboten wurden, zu bezahlen, Hungers starben"), so ent-schlossen sich endlich der König Ludwig und seine Barone,mit dem Reste ihres schönen Heeres auf das nördliche Uferdes Kanals von Aschmum zurückzukehren; sie konnten esaber auch damals noch nicht über sich gewinnen, das süd-liche Ufer dieses Kanals aufzugeben. Sie hielten es viel-mehr für möglich, die von ihnen erbaute Brücke zu behaup-ten, und befestigten, vornehmlich in der Absicht, den Rückzugdes Heers zu sichern, den Zugang zu derselben durch einBollwerk, welches sie an beyden Seiten mit einer hinläng-lichen Oeffnung für einen Reiter versahen 20 ). Nachdem
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