143 Geschichte der Kreuzzüge. Buch VIII. Kap. V.
2. er>r. Kampfe, ,'n welchem Einer seiner Ritter und acht Serjan-tcn getödtet, und einige seiner Waffengefährten leicht ver-wundet wurden, sämmtliche saracenische Kaufleute, zerstreutederen Bedeckung, machte mehrere Gefangene und erbeuteteaußer einer großen Menge von Gold und Silber viele Ka-meele, Maulthiere, Esel, seidene Gewänder, kostbare Farben,Specereyen und eine große Zahl von Wagen, welche mitOchsen bespannt und mit Lebensmitteln aller Art beladenwaren. Als er mit solcher reichen Beute in das Lager derKreuzfahrer zurückkehrte, so kamen ihm französische Pilgerin großer Zahl entgegen, machten ihm wegen der begangenenUebertretung des Heerbefehls bittere Vorwürfe, und obgleicher erklärte, daß er bereit wäre, sich zu rechtfertigen und dieerbeuteten Lebensmittel für die gemeinschaftlichen Bedürf-nisse des Pilgerheers darzubringe»: so raubten sie dennochdem Grafen und seinen Leuten mit Gewalt und unter kran-kenden Schimpfreden ihre ganze Beute. Als Wilhelm Lon-gaspatha bey dem Könige Ludwig Klage erhob und denGrafen von Artois beschuldigte, diese Frevelthat angesiiftetzu haben: so suchte der König ihn mit freundlichen Wortenzu besänftigen und ermahnte ihn, zur Erhaltung des Frie-dens im Heere das Geschehene zu vergessen. Während die-ser Unterredung trat aber der ungestüme Graf von Artoisin das königliche Zelt, und ohne den König und die um ihnher sitzenden Barone zu begrüßen, richtete er an den Königdie vermessene Rede: „Wie magst du das Wort dem Eng-länder reden, welcher zu deinem und aller Pilger Hohnefrevelnd den Heerbcfehl übertreten hat, heimlich und nächt-licher Weile dem Raube nachgeht und auf Kosten der Fran-zosen unter den Saraceuen sich einen großen Namen machenwill." Diese Rede brachte den sanftmürhigcn König insolche Verlegenheit, daß er mit gebeugtem Haupte zu dem