58 Geschichte der Krcuzzüge. Buch VIII. Kap. II.
Auch die Amtleute wurden durch eineu königlichen Befehlangewiesen, dieselbe Nachforschung anzusiellen, und Ludwigerklärte zugleich seine Bereitwilligkeit, allen Beschwerden ab-znhelfen Diese Gesinnung des Königs Ludwig suchteauch der König Heinrich von England sich zu Nutze zumachen, indem er durch eine Gesandtschaft die Normandie,welche seit vierzig Jahren im Besitze der Könige von Frank-reich war, zurückfordcrn und mehrere andere Ansprüche vor-tragen ließ. Ludwig soll geneigt gewesen seyn, die Forde-rungen des englischen Königs zu bewilligen, und nur dieGegenvorstellungen seiner Barone sollen ihn bewogen haben,jene Forderungen als unbegründet zu verwerfen. Auch derGraf Richard von Cornwallis kam mit seinem Sohne Hein-rich nach Frankreich, in der Absichr, die Erledigung derAnsprüche, welche er an den König Ludwig zu habenglaubte, unter solchen günstigen Umständen zu erwirken;als er aber die Antwort vernahm, welche die Botschafter,seines Bruders erhalten hatten, so nahm er daS Pilgerkleidund wallfahrtete nach Pontigny zu den Gebeinen des hei-ligen Edmund, um daselbst sein Daukopfer für die Genesungvon einer gefährlichen Krankheit darzubriiigen, beschenkte denHeiligen mit einem kostbaren Halsgeschineide von Edel-steinen und gab diese Wallfahrt als den Zweck seiner Reisenach Frankreich an
uz) Die Ausscndung der Möncheund die Erlassung des crwälmtcn kö-niglichen Befehls an die Annlcute ge-schah im Herbste ,247. lVkmrlr. t'aris-ul ». 1247. 7-z.
24) IVl-urIr»cu« I-ari» k. a. p. 7Zg.Oer Graf Richard kam am Tage Si-mon und Judä (-8. Ort.) nach Eng-land zurück. Die Erzählung dcS Mat-thäus Paris von den im Texte er-
wähnten Verhandlungen ist übrigensunklar, indem es nicht ganz deutlichist, ob der Graf Richard und dessenSohn die Ansprüche des KönigsHeinrich vorlrugcn, und ob das ka-miliaro aotlngiiirini und der zwolixuscr-mmus, welchen Richard mit Lud-wig hatte, sowohl auf die Ansprücheseines Bruders alS auf seine eigenenAngelegenheiten sich bezogen; oder ob