38 Geschichte der Kreuzzüge. Buch VIII. Kap. I.
auf den König Heinrich von Cypern übertrug, indem er den-selben von der Verbindlichkeit des dem Kaiser Friedrich ge-leisteten Eides entband und anfforderte, der kräftigen Ver-thcidignng und gewissenhaften Verwaltung des Reichs, inwelchem der Heiland zur Erlösung des menschlichen Ge-schlechts geboren worden, gelebt habe und gestorben sey, sichzu unterwinden, und dadurch Lob und Veyfall bey Gottund Mensche» und den herrlichen Lohn der ewigen Seligkeitzu verdienen 2*).
Der vielfältige Verkehr, welchen der Kaiser Friedrichmit dem Sultan von Aegypten und anderen muselmännischenFürsten unterhielt, erregte in dem Papste die Bcsorguiß, daßder Kaiser die Saracenen zu Feindseligkeiten gegen diejeni-gen, welche der Regierung des heiligen Landes sich bemäch-tigt hatten, aufreizen möchte; und Jnnocenz schrieb daherschon im Jahre 124z, bald nach seiner Erwählung zumOberhaupte der christlichen Kirche, einen Brief an den Sul-tan von Aegypten, in welchem er denselben von der Wahr-heit des christlichen Glaubens und der Verwerflichkeit derLehre des Propheten Mohammed zu überzeugen suchte undzur Aufrechthaltung des Friedens mit den Christen ermahnte.Der Sultan aber gab zur Antwort: „Wir wissen von Chri-stus, über welchem Heil sey, mehr, als ihr von ihm wißt,und halten ihn höher, als ihr ihn haltet. Was euer» Wunschnach Ruhe und Frieden betrifft, so hegen auch wir solchenWunsch; ihr wißt aber, daß zwischen dem Kaiser und unsvollkommene Eintracht und gegenseitige Freundschaft obwal-tet, und wir können deshalb nicht ohne seinen Rath und
gr) ir^inaia. I»a mrir. 1247. h. zz theidigung und gewissenhafte» Ver-Das von Natnaldus mitgethcilte waltung des Königreichs JerusalemSchreiben, in welchem Jnnocenz den auffordcrte, ist dgtirt: Imgstuni XV.König Heinrich zur kräftigen Wer- L,al. M.rji ->nuo VIII.