Hoffnung, der König werde es nicht wagen ihnen über dieSaale zu folgen.
Die Reichsarmee bestand aus den Truppen derjenigenReichsstände, welche gegen Preuffen Partei genommen, vor-! züglich aus Baiern, Pfälzern, Würtembergern, schwäbi-^ schcn, fränkischen Md oberrheinischen Kreistruppen. DieseMannschaft war von derselben Beschaffenheit wie dieje-nige, welche Baiern, Würtemberg und Pfalz für Geld anFrankreich oder Oesterreich überließen. Als der verschwen-derische und tyrannische Herzog von Würtemberg dem fran-zösischen Commissär 4000 Mann in Stuttgart übergeben 2V. Juniließ, fingen die Soldaten an zu murren, riefen: daß sieverkauft wären, und liefen zu 20 und 30 Mann fort. Baldkam es zum förmlichen Aufstande gegen die Officiere, ^undH es zogen Haufen zu 3—500 Mann mit klingendem Spiele
' ab, von den Generalen um Gotteswillen gebeterr nur in
Frieden fortzugehen, weil man Mord und Brand in derStadt fürchtete. So entwichen beinahe >3000 Mann, vondenen sich viele zu dem preussischen Parteigänger Mayr inFranken begaben; die übrigen wurden entlassen. Man glaubte,p Bürger und selbst höhere Beamtete, sogar die Landstände
^ und die Prediger wären Miturheber des Aufstandes. Die
ss Officiere waren ohnehin für den großen König gestimmt,
x gegen den sie fechten sollten.'). Im Lager von Geislingen
^ kam es unter den dann wieder zusammengebrachten würtcm-
belgischen Truppen, als sie nach Böhmen marschiren sollten,
- abermals, und in der Gegend von Kolin zum dritten Malezum Aufruhrs, Als der Markgraf von Baden-Durlach^ seinen Truppenbeitrag wollte zum Reichsheere stoßen lassen,
> brach auch unter diesen der Aufruhr aus, und es gingen
auf einmal 500 Mann fort, um über Fürth zu den Preussenb M stoßen. Die Markgräfin von Baireuth gab jedem De-! serteur 5 Thlr. Reisegeld^).
Der patriotische Lcgationsrath und nachherige Minister
. 1) Danziger Beiträge II. S. 714.
-! 2) Stuhr I. S. 321.
st 3) Datelbst I. S. 328.