84 Buch VHI. Zweites Hauptstück.
v. Herzberg vermochte seine armen Landsleute, die Pommern,eine Landmiliz zu errichten, welche in wenigen Wochen 5006Mann stark war. Diesem Beispiele folgten die.brandenburgi-schen und magdeburgischen Stände zusammen mit 4000 Mann,welche die Stände auf ihre Kosten unterhielten und die, vonverabschiedeten und invaliden Officieren befehligt, zur tap- 'lfern Vertheidigung der Festungen Kolberg, Stettin, Küstrin,Magdeburg und selbst Berlins viel beitrugen,, auch in demkleinen Kriege in Pommern gegen die Schweden und spät»gegen die Russen viel nützliche Dienste leisteten').
War doch die Theilnahme der Gebildeten für Friedrich sogroß, daß die Freimaurer sämmtlichcr deutscher Provinzenihm ihre Hülfe anboten, da das Augenmerk der Feinde desKönigs nur dahin gerichtet sei ihn als den mächtigsten Pro- ^tcctor deutscher und besonders protestantischer Nation erstklein zu machen, um nachher die deutsche Freiheit umzustür-zen; doch nahm er den Antrag nicht an').
Die Meinung, daß Preussen gegen die katholischenMächte für den Protestantismus streite, verbreitete sich, sdurch preußische und hannoversche Agenten genährt, iniVolke, und es wird behauptet, daß in Sachsen, Würtcm-berg und andern protestantischen Reichsländern für den Kö-nig von Preussen von den Geistlichen in den Kirchen gebetetworden sei. So strenge Befehle auch von Paris kamenden Protestanten jede Veranlassung zur Beschwerde zu neh-men, so wenig hinderte das die Franzosen, die Protestantenin Thüringen als Ketzer zu verhöhnen, deren Kirchen aufdas schändlichste zu verunreinigen und so die Erbitterungdes Volks zu vermehren. Freiburg und Weißenfels mit derUmgegend, bei Freiburg allein über 20 Dörfer, plündertensie völlig aus, sogar die Kirchen, und zerstörten, was ftnicht mitnehmen konnten'). Die Deutschen waren den ,
1) Preuß H. S. 120 aus guten angeführten Quellen.
2) Nicolai in Biesters neuer Berliner Monatsschrift XVII. S. IN.
3) Siehe die Beschwerde an den Kurfürsten in den Danziger Bei-trägen II. S. 678. Zn Gotha wurde der König den 15- Septbr. 1751unter Freudengeschrei der Einwohner nach dem Schlosse begleitet. Hen>ckel ll. S.299.