Unternehmungen Friedrichs.
207
Siebentes Hauptstück.
Feldzug gegen die Nüssen im Jahre 1759.
Während der Herzog Ferdinand durch seine einsichtsvolleThätigkcit über das Ungeschick und die Saumseligkeit seineruneinigen Gegner triumphirte, befand sich der König ineiner weit weniger günstigen Lage.
Durch die Umstände genöthigt vcrthcidigungswcisc zuverfahren, war er doch weit entfernt, es ruhig abwarten zuwollen, bis ihn seine Feinde vereint angriffcn. Er suchteihnen daher überall keck cntgegenzutrcten, durch einzelneUnternehmungen ihren Anmarsch zu verzögern und zu er-schweren, sich dagegen Mittel zum eigenen Bestehen zu ver-schaffen.
Ein Strcifzug, den der Prinz Heinrich im Einver-ständnisse mit dem Herzog Ferdinand mit einigen HundertReitern zu Ende des Februar nach Thüringen unternehmenließ, um Kricgsstcuern cinzutrcibcn, erregte große Bewegungunter den Rcichstruppcn und den Franzosen, welche nochgrößer wurde, als bald darauf der General Knobloch mit5000 Mann vor Erfurt erschien, das sich ihm sogleich er-gab, während der Prinz von Isenburg die Oesterrcichcr undRcichstruppcn aus Hersfcld und Vacha vertrieb. Dadurchgcricthcn hier die Reichsstände in lebhafte Bewegung undriefen die Franzosen um Hülfe an, doch kamen sie ziemlichmit dem bloßen Schrecken davon. Mehr konnte der Königder Ucbcrmacht Dauns gegenüber nicht unternehmen unddie Entwürfe des Herzogs Ferdinand gegen die Franzosenfast nur mit den besten Wünschen des Erfolgs unterstützen.Um das Vorrücken der Rüssen zu erschweren, schickte derKönig zu derselben Zeit gegen deren Magazine den GeneralWobersnow mit 5000 Mann aus Schlesien über Glogau,Fraustadt und Lissa nach Kosten und Posen. Wobersnowzerstörte dreimonatliche aufgchäufte Vorräthe für 50,000