Friedrich in Sophienthal.
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Achtes Hauptstück.
Feldzug in Sachsen im Jahre 1759.
i.-
§)er König war schon seit dem Anfänge des October sicher,daß die Russen nichts thun, sondern nach Polen zurückkehrenund Laudon sich von ihnen trennen würde'); er hatte vom?. October bis gegen das Ende dieses Monats sein Haupt-quartier in Sophicnthal zwischen Guhrau und Winzig:„Ich bin,gelähmt an allen Gliedern," schrieb er dem Mar-quis d'Argens, „und kann nur meine rechte Hand gebrau-chen, mit der ich Ihnen schreibe, um Sie zu bitten, nach Glo-gau zu kommen und mir Gesellschaft zu leisten. Die Gichtrichtet mich zu Grunde, der Kummer verzehrt mich, und ichbin hier ohne Gesellschaft, fast ohne Beistand. Ich bin soherunter, daß ich darauf verzichten muß den Feldzug selbstzu enden"). Ich bin hier auf der andern Seite der Oder, ummich mit den Barbaren und den Oesterreichern abzuarbeiten,die mir das Leben sehr sauer machen. Ich arbeite hier überKarl XII. Mein Werk ist nichts als eine Kette von Be-trachtungen; das ist ein Werk, welches mit Sorgfalt undruhigem Gcmüthc gemacht werden muß, weshalb ich lang-sam vorschreitc. Der Gedanke daran ist in mir entstanden,weil ich mich gerade an dem Orte befinde, den Schulenburgdurch seinen Rückzug (vor Karl XII.) so berühmt gemacht hat.Unausgesetzt mit Kriegsidcen erfüllt, beschäftigt sich mein Geist,welchen ich zerstreuen will, noch viel zu sehr mit diesen Gegen-ständen, als daß ich ihn auf andere richten könnte. Nach Be-endigung des Krieges werde ich mir einen Platz im Znva-lidenhause erbitten, so weit bin ich heruntcrgcbracht. WennSie mich Wiedersehen, werden Sic mich sehr gealtert finden;mein Haar wird grau, meine Zähne fallen aus und in kur-zer Zeit werde ich ohne Zweifel faseln. Wir dürfen dieSchnellkraft nicht zu stark anspanncn, sonst erschlafft sie")."
1) Schreiben des Königs an stouque vom 3. October 1759. Miss.
2) Der König an d'Nrgens im October 1759. Oeuvres XIX. p. 96.
3) Ebendaselbst p. 92, 93, 94.
Stenzel, Gesch. d. Preussisch. Staats. V. 15