Sachsen hatten räumen müssen, um Berlin zu retten. Nachder Schlacht bei Torgau schickte nun zwar der König Trup-pen an die Unstrut, um dem Herzoge Luft zu machen, wel-cher Güttingen einschloß; aber dieses blieb in französischenHänden, wie Kassel, auf welches eine Unternehmung nach^/Monatlichen Zurüstungcn bei dem cingctrctenen Winterzur großen Unzufriedenheit Friedrichs bis zum folgendenZahre ausgesctzt wurde. Der Herzog nahm seine Winter-quartiere hinter der Eder.
Zehntes Hauptstück.
Verhandlungen und Feldzüge im Jahre 1761.
Lbwol der König durch das glückliche Treffen bei Liegnitzund durch den blutigen Sieg bei Torgau das durch so vielevorhcrqegangcnc Unglücksfälle geschwundene Vertrauen vonneuem belebt, die Hoffnungen seiner Feinde geschwächt undäußerlich dieselbe Stellung wieder eingenommen hatte, inwelcher er sich zu Anfänge des Krieges befand, so war seineLage dennoch weit schwieriger als früher.
Weit nachteiliger als der Verlust einer Schlacht war 1760für Friedrich der Tod König Georgs II. Sein ,En-25. Oct.kcl und Nachfolger Georg Ul. war jung, unerfahren undbeschränkt und siel bald ganz in die Hände seines eigent-lichen Erziehers, des Grafen Bute, eines Mannes, dermehrere achtungswerthe Eigenschaften als Privatmann be-saß, allein viel zu wenig Einsicht in die öffentlichen Ange-lcgcnhcitcn hatte, als daß er hätte den Staat leiten können.
Georg UI. behielt zwar anfänglich alle Minister seines Va-ters bei; alle!» cs zeigte sich bald, wie sehr er sich auf dieSeite derjenigen neigte, welche als Engländer überhauptdem Kriege auf dem festen Lande für Hannover und für denKönig von Prcusscn gegen das früher so lange mit Bri-