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5 (1854) Von 1756 bis 1763
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Buch Vlll. Zweites Hauptstück.

Friedrich II. in Chiffern, deren Auflösung unmöglich schien,weil jede Zeile eine andere Chiffer hatte'). Obgleich duFriedensvcrhandlungen mit Frankreich den erwünschten Er-folg nicht hatten, so schickte der König dennoch nur 4000Mann unter dem Herzoge Ferdinand von Braunschweig zurBeobachtung der Franzosen in das Magdeburgische. Mitdiesem schloß Richelieu den 17. October einen Waffenstill-stand bis zum 15. April des folgenden Jahres ab, vermögedessen die Franzosen gegen Lieferungen von Lebensmittelndas Halberstädtischc räumten, und die Bode weder vonFranzosen noch von Prcusscn überschritten werden sollte.Zwar verweigerte Ludwig XV.") die Genehmigung, dennochthat Richelieu wesentlich nichts, als daß er in den von sei-nem Heere überzogenen Provinzen, so viel als er vermochte,für sich raubte und erpreßte. Allein von den ProvinzenCleve und Mark wurden im September dieses Jahres ins-gesammt 5 Millionen Thaler verlangt, was mehr als dasZwölffache der gewöhnlichen jährlichen Contribution be-trug"). Darin ahmten ihm seine Truppen nach, sodaß dievon d'Estre'cs mühsam hcrgestellte Kriegszucht gänzlich zer-fiel und das Heer fast mehr einer großen Räuberbande alsgeordneten Kricgsleuten glich.

Friedrich II. benutzte zugleich diese Umstände, um Ge-rüchte von seinen Friedensverhandlungen mit Frankreich zuverbreiten und dadurch den Argwohn der Oestcrrcicher zuerregen'). Er äußerte sich überall günstig gegen die Fran-zosen, als könne er sich nicht überzeugen, daß sie im Ernsteseine Feinde seien.

Der König hatte auf seinem Zuge gegen das Reichs-Heer und Soubise Seidlitz mit 20 Schwadronen in Gothagelassen und war nach Erfurt zurückgegangcn. Er wechseltedie Cantonnements fast täglich und oft die Namen der Re-gimenter, um die feindlichen Heerführer über seine Schwäche

1) Siehe IVIemoires äs kislielieu 1. IX. p. 199.

2) Stuhr I. S. 137 u. 161.

3) Denkschrift in der Kriegßkanzlei im Z. 1758 I. S. 171.

4) Stuhr I. S. 218.