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5 (1854) Von 1756 bis 1763
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Verhandlungen mit Frankreich.

wohl, daß der Herzog nicht zum Verhandeln gekommen sei;er wäre jedoch überzeugt, daß ein Neffe des großen Cardi-nals Richelieu ebenso geeignet sei Verträge zu schließenals Schlachten zu gewinnen. „Ich wende mich an Sie inFolge der Hochachtung, welche Sie Jedem einflößen, der Sie,wenn auch nur oberflächlich, kennt. Es gilt nur eine Klei-nigkeit — Frieden zu schließen, wenn man will. Ich zweiflenicht, daß Ihr König, Ihrer schnellen Erfolge sicher, Sieauch in den Stand gesetzt hat an dem Frieden Deutsch-lands zu arbeiten. Ich schicke daher einen Mann zu Ihnen,dem Sie völlig vertrauen können. Obgleich ich kaum hoffenkann, daß bei den Ereignissen dieses ^Jahres Ihr Hof nochgünstige Gesinnungen für mich hegt, so kann ich mir dochnicht denken, daß eine 16jährige Verbindung keine Spurder Erinnerung zurückgelassen haben sollte. Wie es auchsei, ich ziehe es vor dem Könige, Ihrem Herrn, vor An-dern meine Interessen anzuvertrauen. Haben Sie keineVerhaltungsbefehle für die Vorschläge, welche ich Ihnenmache, so bitte ich Sie diese cinzuholen und mich davonzu unterrichten. Wer Bildsäulen in Genua verdient, ^werungeachtet der größten Hindernisse die Insel Minorka er-obert hat und im Begriffe ist Niedersachscn zu unter-werfen, kann nichts Glorreicheres thun als Europa denFrieden verschaffen. Das wird der schönste Ihrer Lor-beeren sein')."

Der Herzog antwortete sehr artig, er glaube seinemKönige am besten zu dienen, wenn er zum allgemeinenFrieden beitrage. Doch habe er keine Verhaltungsbcfehle;schicke jedoch einen Eilboten ab, um Friedrichs Eröffnun-gen mitzutheilen. Er selbst werde, was nur möglich, zumgroßen Werke beitragen. Richelieu correspondirte seitdem mit

Rehow 7. S. 197. Daß Richelieu von Friedrich 17. nicht eigentlichhabe bestochen werden können, kann man zugebcn und anerkennen, daßer Geld nahm, um zu thun oder zu lassen, was er außerdem auch würdegcthan oder gelassen haben.

1) IVIemoires kiclielieu 1. IX.'p. 175; auch Mitchell sagtbei Raumer II. S. -IM: „Ich sehe keine Rettung für ihn (Friedrich)als in den Armen Frankreichs."