in dcn beiden nächsten Jahrhunderten nach dem Ende der Krcnzziigc. Z45
selbst christlich, seine Stütze gehabt, zu der christlichen Partei als derdes Königthums und der Ordnung. Hierdurch war der Untergang desHeidcnthums entschieden. Doch den Kampf des Christenthmns und desHeidenthums überlebte die Parteiung, die sich in ihm ausgebildet. DemHause Swerkers, das mit den Anhängern des Heidenthums verbündetgewesen, erwuchs aus der Mitte der Partei, die einst gegen das Heiden-thum gestritten, ein Gegner in dem Hause Bonde. Schon Swerkerging im Jahre 1166 in diesem Kampfe unter, und es folgte ein langerKampf der beiden Häuser, der im Jahre 1222 mit dem Aussterben vonSwerkers Hause endete. Doch bald, im Jahre 1250, erlosch auch dasHans Bonde, und die Herrschaft kam an das HauS der Folknnger, indessen Besitz schon während des Streites jener beiden Häuser die Würdeeines Neichsjarl gewesen war. Die Reichsjarle, die viel mehr als dieKönige die Regenten des Landes gewesen waren, hatten die Eroberungdes heidnischen Finnlands jenseits des Meeres begonnen. Diese Unter-nehmungen waren, weil sie das Christenthum auszubreiten versprachen,von der Kirche immer aufs Neue angefacht worden, und so hatte deräußerste Norden gleich dcn Ländern an der Südküste des baltischenMeeres und gleich der pprenäischen Halbinsel seine besonderen Kreuzzüge.Für die Neichsjarle aber waren diese Kreuzzüge ein Mittel, sie auf derHöhe ihrer Macht zu erhalten, und wie die Majordome des alten Fran-kenreiches der zerrissenen Merowingischen Familie, stehen sie den umden Thron hadernden Königen gegenüber als Kriegsfürsten, die durcheinen dem Christenthum neue Wege bahnenden Kampf einer höherenOrdnung dienen. Birger, der mit des letzten Bonde Schwester Jngeborgvermählt war, griff nach dessen Tode nach der Krone, aber die Großenwählten seinen und Jngeborgs Sohn Waldemar, für welchen die Ne-gierung zu führen ihm überlassen wurde. Die neue Dynastie blieb nichtfrei von innerer Zwietracht. Waldemar übernahm zwar nach BirgersTode die Regierung, aber einzelne Theile des Reiches wurden seinenBrüdern übergeben. Die Zwistigkeiten, die sich daraus entspannen,endigten im Jahre 1279 mit Waldemars Verzichtleistung auf die Kö-nigswürde, und Magnus' Antritt der Alleinherrschaft. Unter Magnuserhielt durch Dänen und Mitglieder des deutschen Ordens, die er indas Land zog, das Rittcrthum der südlichen Länder Eingang. DieFremden dienten ihm zur Stütze gegen einheimischen Adel, nament-lich sein eignes, das Folkungische Geschlecht, und trugen auch bei zurVermehrung der Spaltung zwischen ihm und seinen Gegnern. Dochdurchgreifende und blutige Strenge hielt seine Herrschaft aufrecht, undmehr und mehr trat an die Stelle des aus Nachkommen alter Häupt-lingsfamilien bestehenden Adels der neue, der auf dem zu ritterlichemKriegsdienste erforderlichen Besitze beruhte, und sich aus dem alten Adel.
Kiesel, Weltgeschichte. II. Z5