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2. Die christliche Zeit 1 (1855) Fünfzehn Jahrhunderte
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228 Frankreich bis zum Ende des elften Jahrhunderts.

gewinnen, den Untergang. In Deutschland selbst ereignete sich imslavischen Nordosten der dritte Abfall vom Christenthume, da die Art,wie die Sachsenherzoge die Befestigung ihrer Herrschaft hier betrieben,einen nationalen Widerstand aufregte, der sich zugleich gegen das Chri-stenthnm als die Religion der Unterdrücker kehrte.

VIII

Frankreich bis zum Ende des elften Jahrhunderts.

1. Zur Zeit, da das westfränkische Reich sich aus dem Karolingischenzum zweiten Male aussonderte, war der Uebergang des fränkischen Charak-ters in den durch Ueberwiegen des romanischen Wesens begründetenfranzösischen um so sicherer erfolgt, als das deutsche Geschlecht derKarolinger zugleich beseitigt worden war. Doch das Aufstreben derGroßen zu unbeschränkter Macht, das sich auch gegen den neuen KönigOdo richtete, gab dem Karolingischen Geschlechte noch für einige Zeitdie Herrschaft dem Namen nach zurück. Hatte die von den Normannengebrachte Noth die Erhebung des neuen Königs erfordert, so trug dermangelhafte Erfolg der gegen sie geführten Kämpfe dazu bei, ihm dieGroßen abwendig zu machen. Je mehr Odo es versuchte, den HerzogNainulf von Aquitanien in die Abhängigkeit, der er widerstrebte, zudringen, desto mehr mußten auch die übrigen Großen die seit Karl demKahlen begründete Unabhängigkeit bedroht sehen. Daher bildete sichgegen ihn im Norden des Reiches eine Verbindung zwischen dem Erz-bischöfe Fulko von Rheims oder Remi, dem Grafen Balduin von Flan-dern oder dem Lande zwischen Schelde und Seeküste , und dem GrafenHeribert von Vermandois oder dem Lande der Veromanduer, und derdritte Sohn Ludwigs des Stammlers, Karl, erhielt durch sie die Königs-würde, von welcher sie nicht befürchten durften, daß er sie mit großemNachdrucke zur Geltung bringen werde. Der neue König behauptetesich nur in dem nordöstlichen Theile des seiner Familie entfremdetenReiches, mußte sogar bei dem lotharingischen Könige Zwentibald seineZuflucht suchen, erhielt aber dessenungeachtet, wahrscheinlich in Folgeneuer Verheerungen der Normannen, von seinem Gegner die Abtretungeines Theiles des Reiches. Odo's Tod im Jahre 898 verschaffte ihmendlich allgemeine Anerkennung, womit aber keineswegs Unterwerfungder Vasallen und Herstellung des Karolingischen Königthums gegebenwar. Der Zustand des Landes ward ähnlich dem Zustande Italiens.Die großen Vasallen kämpften unaufhörlich mit einander, Schutz hatteNiemand anderswoher als von eigener Kraft zu erwarten, und das