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2. Die christliche Zeit 1 (1855) Fünfzehn Jahrhunderte
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92 Das oströmische Reich bis gegen Ende des achten Jahrhunderts,

Metropoliten im östlichen Reiche mit Ausnahme der von Ostillyrien ansich zu ziehen. Zu den Patriarchen von Rom, Alexandrien, Antiochienund Constantinopel trat aber, noch mehr der Ehre als den Befugnissennach, der von Aelia Capitolina, das nun wieder Jerusalem hieß. Ob-gleich unter dem Metropoliten des syrischen Cäsarea stehend, genoß dieKirche von Jerusalem wegen ihrer unmittelbar apostolischen Herkunftvon jeher einen Ehrenvorzug. Dieser hatte zu Versuchen ihrer Bischöfegeführt, sich dem Metropolitanverhältnisse zu entziehen, und die chalcedo-nische Synode entschied den Streit mit Zustimmung der päpstlichen Le-gaten dahin, daß der Bischof von Jerusalem die Kirche in Judäa, Sa-maria und Galiläa regieren solle. Dieses neue Patriarchat konnte denUebergriffen des konstantinopolitanischen am wenigsten Widerstand lei-sten. Die Entwicklung der Dinge im Osten führte unter dem Einflüsseder staatlichen Sonderung zu einer Gestaltung des konstantinopolitanischenPatriarchates, durch welche der Zusammenhang der Kirche im Ostenund Westen um so mehr gefährdet werden mußte, als die Negierungs-gewalt dasselbe nicht bloß erweiterte, sondern auch um seine Selbst-ständigkeit brachte. Die staatlichen Verhältnisse des Ostens und Westensbegünstigten in der Folge die Entfremdung und bildeten so eine Vor-bereitung zu einem wirklichen Schisma.

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Das oströmische Reich bis gegen Ende des achten Jahr-hunderts, die Ostgothen und die Longobarden.

1. Nachdem das weströmische Reich gefallen ist, steht vermöge desursprünglichen Zusammenhanges beider römischen Reiche das östliche alsErbe seiner Ansprüche da. Es betrachtet seine Herrschaft im Westenals nur thatsächlich aufgehoben und, während sich dort die Grundlagenfür neue Staaten und neues Staatsleben bilden, wartet es noch eineZeitlang aus der Ferne auf die Gelegenheit, sein Recht wieder geltendzu machen. Doch wird es bald deutlich, daß der Westen verloren ist,und das Reich, das auch das griechische oder byzantinische genannt wird,tritt hinsichtlich seiner Theilnahme an den Begebenheiten des Westensin immer weitere Ferne. In dieser Absonderung, durch die es sich auchvon dem Mittelpunkte der kirchlichen Negierung entfernt, beginnt esallmälig zu vermodern. Seine Herrscher, in ihrem Reiche Könige, imWesten nach dem Namen Cäsar auch Kaiser genannt, wechseln, wie inden Zeiten des alten Roms, nach Willkühr der Heere und ihrer Führeroder nach Maßgabe der am Hofe gesponnenen Ränke. Die Greuel,