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Das römische Reich unter den Imperatoren.
Wirrungen, die Frankreich seinem Trachten nach europäischer Herrschaftverdankte, trieben dort das Volk, die Bande der staatlichen Ordnungzu zerreißen und das Haus, in dem es wohnte, in Flammen zu setzen.Das Gewoge erhob aus der Tiefe neue Machthaber und auf ihren Be-trieb leitete sich der Brand in andere Länder. Die allgemeine Verwir-rung zähmte ein auf dem Wege des Waffenruhmes emporgestiegenerkriegerischer Herrscher, indem er das Recht der Gewalt der Gesammt-heit entzog und cs in seinen ausschließlichen Dienst nahm. Seine Bahnführt ihn zur Zertrümmerung der einer älteren Ordnung angehörigenStaaten Europa's. Doch auf dem Wege wird er von Fürsten und Völ-kern, die sich zur Selbstvertheidigung aufgeweckt fühlen, von dem Stuhleder Gewalt gestürzt. Das befreite Europa findet aber die Mittel nicht,sich dauernd zu beruhigen, und Empörung ist der allzeit fertige Feind,gegen welchen die Schützer der Ordnung gerüstet sein müssen, so daßdas lebende Geschlecht zweifelnd auSschaut nach der Zeit, wo manden Weg gefunden haben wird, nicht bloß vorübergehend die wilde Ge-walt durch die geordnete Gewalt nicderzuschlagen, sondern einen freienGehorsam gegen göttliches Gebot zu erziehen. Die Kirche ist die Er-zieherin, die einst rohe Völker zur Ordnung geführt; ihre Wirksamkeitmuß es sein, durch welche die verirrten Triebe gezügelt werden. Daß siemit ihrer Thätigkeit den Weg zu den Herzen finde, daß eine Weltord-nung, in welcher sie frei ihres Amtes walte, sich herstelle, ist die Hoff-nung aller Besseren, die große Aufgabe christlicher Staatskunst.
H.
Das römische Reich unter den Imperatoren.
1. Nachdem sich durch Vererbung der Negierung auf Tiberius unddurch die unter ihm vorgegangcnen Veränderungen die monarchische Ver-fassung des römischen Reiches festgcstellt hatte, mußte dessen fernererBestand zum großen Theile von der Persönlichkeit der Herrscher abhän-gig sein. Im Mittelpunkte des Reiches konnte nur Eindämmung deswachsenden Stromes der Sittenlosigkeit soviel Ordnung bewahren, alszu nachdrücklicher Führung der Negierung erforderlich war. Eine großeSchwierigkeit war schon aus der Stellung entstanden, welche die Prä-torianer erhalten hatten. Das Bewußtsein, daß sie die Stütze der Herr-schaft seien, mußte sie zu Versuchen führen, über die Herrschaft zu ver-fügen und den Träger derselben zu ihrem Werkzeuge zu machen. Mitse weniger Tüchtigkeit aber die Herrschaft geführt wurde, desto leichterkonnten in den Legionen, die in den Provinzen bleibende Stellungenhatten und bei einer das ganze rüstige Lebensalter umfassenden Dienst-