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2. Die christliche Zeit 1 (1855) Fünfzehn Jahrhunderte
Entstehung
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Gang und Gliederung der christlichen Geschichte.

1. Da das mdische Land zur Zeit, da der Heiland in ihm wandelte,dem jüngst zu einer Alleinherrschaft gestalteten römischen Reiche ange-hörte und an der Bevölkerung dieses Reiches die Lehre des Heilandeszunächst ihre bildende, erziehende und heiligende Kraft bewährte, hatdie christliche Geschichte ihren ersten Abschnitt an der Geschichte des vonAlleinherrschern regierten römischen Reiches. Die Begebenheiten diesesersten Abschnittes verlaufen in einfacher Reihe, da auf das römischeReich, welches die Gesammtheit der bisherigen geschichtlichen Völker insich schließt, alles für die Menschheit Wichtige sich bezieht. Selbst wennman des in Asien jenseits der römischen Grenze, erst in dem parthischen,nachher in dem neupersischen Reiche erwachten Lebens gedenkt, erscheinendie dortigen Begebenheiten alle nur in dem Maße als geschichtlich be-deutsam, wie sie auf das römische Reich gewirkt oder dasselbe zu einemüber seine dortigen Grenzen hinausreichenden Einflüsse veranlaßt haben.Der christlich-römische Theil der Geschichte zeigt, ehe er von dem gegen-seitigen Verhalten und Verfahren des Nömerthums und des Christen-thumS berichtet, innerhalb des Nömerthums Erscheinungen, welche durchden äußersten Gegensatz zu den Forderungen des Christenthums dasBedürfniß der Welt nach der Verjüngung nachdrücklich zum Bewußtseinbringen. Es folgt dann, nachdem sich durch die Römer das von demHeiland den Juden verkündete Geschick erfüllt hat, eine Reihe von Ver-suchen, mit den in dem römischen Staatöwescn und in römischer Ueber-lieferung gegebenen Mitteln wenigstens demjenigen Verderben, womitder äußere Bestand des Reiches bedroht ist, Einhalt zu thun. Währenddas Christenthum durch stille Eroberung der Gemüther eine neue Ord-nung, zu welcher alle von römischem Standpunkte aus gemachten Heil-versuche nicht hinführen können, unbemerkt vorbereitet, scheint in Folgejener Heilversuche wirklich auf römischem Boden noch für Zeiten derZustand der Trostlosigkeit sich zu mildern. Bearbeitung des Rechtesund Uebung kriegerischer Zucht und Kunst, worin die Römer stets groß

Kiesel, Weltgeschichte.il. 1