in den beiden nächsten Jahrhunderten nach dem Ende der Kreuzzüge. 543
Entdeckung der Azoren, der Insel Madera und der ganzen Küste Afrika'sbis nach Guinea. Der unermüdliche Entdecker erhielt von dem päpst-lichen Stuhle die Ermächtigung, alle Länder, die entdeckt wurden, fürPortugal in Besitz zu nehmen. Es zeigte sich, nachdem lange Zeit dergemachte Aufwand als ein Mittel zur Befriedigung der Neugierde an-gesehen worden war, auch ein Ertrag, als die Erzeugnisse der Ferneheimgebracht wurden, und auf der Insel Madera, nachdem deren Be-waldung durch siebenjährigen Brand verzehrt war, cpprische Neben undsicilisches Zuckerrohr gediehen. Am meisten aber wurde der Eifer fürBethciligung an ferneren Fahrten durch den Goldstaub in Guinea er-regt, und die Habsucht half zur Vollendung dessen, was Wißbegierdebegonnen hatte. Mehr und mehr Portugiesen suchten die Erlaubniß,Schiffe für fernere Fahrten auszurüsten, und die Angelegenheit bliebeine Angelegenheit der Nation, obgleich nach dem Tode Heinrichs imJahre 1460 durch Alphonsens anderweitige Unternehmungen eine Stockungeintrat. Die Bekanntschaft mit bisher unbefahrenen Meeren war ge-macht, die Schifffahrtskunst, die schon an der seit dem vierzehnten Jahr-hundert bekannten Magnetnadel einen Führer hatte, vervollkommneje sichdurch die großen Fahrten, die Furcht vor der versengenden Glut dersüdlichen Gegenden war überwunden, und die Einbildung der Menschenwurde durch Vorstellungen von den Schätzen unentdeckter Welten erregt.Zugleich cröffnete sich die Aussicht, die unbekannten Völker, zu welchendie moslemische Herrschaft in Asien und Afrika den nächsten Weg ver-sperrte, mit der Leuchte zu erreichen, welche die Nacht des Heidenthumsverscheuchen sollte, und dem Gebiete der Christenheit einen Ersatz fürdas zu verschaffen, was es neuerdings durch die Osmanen verloren hatte.
5. Die Geschichte des europäischen Nordens steht nicht, wie diedes Südweftens, in unmittelbarem Zusammenhänge mit Verhältnissenund Begebenheiten, durch deren Eintritt sich hinsichtlich der Arten mensch-licher Bestrebungen, und hinsichtlich der Stellung der Völker zu einandereine neue Zeit verkündigt. Die Folgen dessen, was im Norden ge-schieht, bleiben auf den eignen Boden beschränkt, und berühren nur vor-übergehend die nähere Umgebung. In Dänemark treten nach dem TodeWaldemars des Siegers durch Kämpfe der Nachkommen um die Herr-schaft Verwirrungen ein, die nicht allein die von jenem Könige künstlichaufgebaute Größe des Staates vernichten, sondern die Gewalt eineszügellosen Adels begründen, daß das Ansehn der Könige fast erlischt,und ein großer Theil der freien Landbevölkerung zur Hörigkeit herab-gedrückt wird. Doch ein Jahrhundert nach dem großen Könige erhieltdas Reich im Jahre 1340 einen Wiederhersteller an dem letzten Königeaus der Nachkommenschaft von Sven Estrithson, an Waldemar HI.,der von der Gewöhnung, zu sagen, daß morgen wieder ein Tag sei,