in den beiden nächsten Jahrhunderten nach dem Ende der Krcnzziigc. 541
dieser Maßregeln in Aragonien gehemmt durch die Vorstellung derStande, welche von der Entfernung der gesummten maurischen Bevöl-kerung großen Nachtheil durch Störung des Landbaues und Gewerb-flcißes besorgten.
4. Portugal, das schon längst die Mauren aus seinem Gebietevertrieben hatte, gelangte unter fortwährender Befestigung seiner Ver-hältnisse zu einer nationalen Selbstständigkeit, durch welche es sich scharfvon dem benachbarten Castilien schied, und welche cs eifersüchtig gegendasselbe wahrte. Alphons' III. (1279—1325) Sohn Dionysius oderDiniz machte dem Kampfe mit der Geistlichkeit ein Ende, stiftete eineUniversität zu Lissabon, die jedoch später nach Coimbra verlegt wurde,sorgte für Ackerbau und Handel und legte durch Vermehrung der Flotteden Grund zu Portugals Größe. Seine Negierungszeit gehört nochdem Zeitraum an, wo der jugendliche Staat im Wetteifer reger Kräftesich die eine Dauer versprechenden Einrichtungen gibt, über die Grund-sätze seines Bestehens zum Bewußtsein kommt und der Eigenthümlichkeitseiner Bevölkerung mittelst der Regelung der Verhältnisse ein schärferesGepräge aufdrückt. Sein Sohn Alphons IV., der Kühne (1325—1357),der Theilnehmer des Kampfes am Salado, setzte des Vaters Bemühungenfür Erhöhung von Thätigkeit und Wohlstand fort. Doch Naturereignisse,Erdbeben und der schwarze Tod, schlugen dem Lande Wunden. An einerandern Noth war der König Schuld, indem er, dem Drängen seinerUmgebung folgend, darein willigte, daß die mit seinem Sohne Peterheimlich vermählte Castilierin Jnez de Castro ermordet wurde. DieFurcht vor dem Einfluß, den die Verwandten der Unglücklichen einstauf die Negierung haben würden, hatte die Portugiesen um so mehrergriffen, als sich Castilier, welche die Grausamkeit ihres Königs Peteraus dem Lande getrieben, im Lande zahlreich einfanden. Der Sohnbekriegte den Vater, und als dieser zwei Jahre nach der That mitseinem Sohne versöhnt starb, nahm der Beleidigte an den Urhebernder erlittenen Kränkung ebenso furchtbar Rache, als er das Andenkender Gemordeten prächtig feierte. Peter (1357—1367) erwarb sichauch abgesehen von diesen Ereignissen den Namen des Strengen oderdes Grausamen durch das rücksichtslose Durchgreifen, mit welchem erRuhe und Ordnung vertheidigte. Ferdinand der Zierliche (1367—1383),der Sohn Peters und seiner ersten verstoßenen Gemahlin Bianca, derTochter eines Sohnes Sancho's IV. von Castilien, leitete, als Peter IV.durch Heinrich verdrängt war, von seiner Mutter ein Recht auf denkastilischen Thron her, und ließ sich lange, aber ohne Glück, die Be-kämpfung Heinrichs und seines Sohnes Johann angelegen sein. DieBeendigung des Krieges ward durch eine Heirath besiegelt, die dasVerhältniß zwischen Castilien und Portugal umkehrte, und einen Kampf