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2. Die christliche Zeit 1 (1855) Fünfzehn Jahrhunderte
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538 Die pyrcnciische Halbinsel, Skandinavien und Rußland

aufkündigte, um Beendigung des Schisma's ein Verdienst erworben,war sein Sohn Alphons V. gefolgt, der das Königreich Neapel erwarbund, während sein Bruder Johann II. ihm nachfolgte, dasselbe durchVererbung auf seinen unehelichen Sohn Ferdinand auch wieder vomaragonischen Reiche trennte. Johann II. war mit Bianca, der Erb-tochter des in Navarra regierenden Hauses Evreur, der Enkelin Karlsdes Bösen und Tochter Karls des Edeln, vermählt, wollte aber seinemSohne aus dieser Ehe das Reich Navarra nach dem Tode der Mutternicht übergeben, sondern es mit Aragonien auf seinen Sohn Ferdinandaus zweiter Ehe vererben. Er behauptete sich zwar gegen Unruhen,die hierdurch veranlaßt wurden und die selbst den Versuch, die Kronedem auf seinem eignen Throne wankenden Heinrich IV. zu übertragen,hervorriefen, aber nach seinem Tode im Jahre 1479 ging doch, nachdemsein ältester Sohn vor ihm gestorben war, Navarra an seine undBlanca's Tochter Eleonora und deren Gemahl, den Grafen Gastonvon Foix, über, deren Enkelin Katharina es ihrem Gcmahle Johannd'Albret brachte. Sein Sohn Ferdinand aber, der sich im Jahre 1469mit Jsabella von Castilien vermählt hatte, wurde nach Heinrichs Todeauf das Versprechen, die kastilischen Gesetze achten und in Allem nurmit Zustimmung seiner Gemahlin handeln zu wollen, als König vonCastilien unter dem Namen Ferdinand V. anerkannt, und behauptete sichgegen einen von Castilien aus bewirkten portugiesischen Angriff durchden im Jahre 1476 von dem Feldherrn Gonzalez von Cordova beiToro erfochtenen Sieg.

3. Die Vereinigung Aragoniens mit Castilien erfolgte, obgleich nochbeide Reiche eine getrennte Verwaltung behielten, durch den Tod Jo-hanns II., dem der Sohn als bisheriger König von Castilien nun alsFerdinand II. nachfolgte. Die Negierung der Könige, wie Ferdinandund Jsabella genannt werden, bereitet Spanien nicht allein durch dieVerbindung seiner beiden Hauptreiche zu einer verstärkten Theilnahmean den Weltbegebenheiten vor, sondern trägt zu der Veränderung seinerStellung auch dadurch bei, daß es die königliche Macht daselbst aufeine höhere Stufe erhebt. Spanien nimmt Theil an der allgemein imwestlichen Europa eingelrctenen Befreiung des königlichen Ansehens ausden Schranken, in denen cs der Adel gehalten hatte. Zunächst war esCastilien, in welchem diese Veränderung vor sich ging. Hier hatte eineReihe von Regierungen theils minderjähriger, theils auch in der Voll-jährigkeit schwacher Könige den Adel an Willkühr gewöhnt und ihm eineMenge von Besitzungen in die Hände gegeben, durch die er eine demköniglichen Ansehn und der allgemeinen Wohlfahrt nachtheilige Stellungbehauptete. Das einträchtige und nicht minder nachdrückliche als plan-mäßige Wirken der beiden Könige stärkte das königliche Ansehn, indem