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2. Die christliche Zeit 1 (1855) Fünfzehn Jahrhunderte
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530 Frankreich und England in den beiden nächsten Jahrhunderten

zweite, Herzog Lionel von Clarence, war also in seinem Rechte ge-kränkt worden, und dieses Recht war durch die Verheiratung seinerUrenkelin mit dein Grafen Richard von Cambridge, dem Sohne vonEduards III viertem Sohne, an die jüngste Linie des königlichen Hausesübergegangen. Richards Sohn, der Herzog Richard von Jork, der andie Stelle des Herzogs von Bcdford zum Statthalter in Frankreich er-nannt worden war, zog die Augen der Gegner des Königs auf sich.Nachdem die Unzufriedenheit schon gewaltsam genug geworden war, umden hauptsächlichen Rathgeber des Königs, den Grafen von Suffolk, zustürzen, kehrte Jork aus Irland, wohin er zur Zeit des Friedens mitFrankreich als Statthalter gesandt worden, im Jahre 1450 ohne Er-laubniß zurück und erzwang an der Spitze eines Heeres die Berufungeines Parlamentes, das die Zustände prüfen und bessern sollte. Hiermitwar der Kampf der Häuser Lancaster und Jork, den man nach denSinnbildern beider den Kampf der rothcn und der weißen Rose nennt,eröffnet. Auf der Seite des Königs stand der Adel, welcher der Pflichtder Treue gegen geschworenen Eid den Vorzug vor dem nachgcwiesenenRechte der Gegenpartei gab, nebst allen denjenigen, welche ihren Besitznicht den Gefahren eines Bürgerkrieges ausgesetzt sehen wollten. Da-gegen hingen die großen Massen der Bevölkerung der Jorkschen Parteian, von der sie Beseitigung des ihnen fühlbaren Druckes erwarteten.Noch war der König stark genug zum Widerstande. Beim ersten An-griffe zeigte er sich zur Unterhandlung bereit und bekam den Gegner,der sich deshalb bei ihm einfand, in seine Gewalt, entließ denselbenaber, nachdem er von Neuem den Eid der Treue geschworen. Währendeiner im Jahre 1453 eingetretenen körperlichen und geistigen Krankheitdes Königs, dessen Ansehen auch durch daS Mißlingen von TalbotsFeldzug sehr geschwächt worden war, hoffte die Königin Margaretha,die Tochter des Renatus, die im Jahre 1444 bei Abschluß des franzö-sischen Waffenstillstandes mit Heinrich vermählt worden war, nicht besserfür seine Herrschaft sorgen zu können, als durch Berufung Jorks zurRegierung, und das Parlament ernannte ihn für die Dauer der Krank-heit des Königs zum Protektor des Reiches. Er brachte den Herzogvon Somerset, einen Brudcrssohn Heinrichs IV., der als Oberbe-fehlshaber in Frankreich die Normandie verloren hatte und nach seinerRückkehr eine Stütze des Königs gewesen war, als Gefangenen in denTower. Die Genesung des Königs änderte das Vcrhältniß. Im Jahre1455 ward Sömcrset aus der Haft befreit, und Jork, den der Königsich vergeblich mit seinem Gegner zu versöhnen bemühte, zog in WalesTruppen zusammen und lieferte den königlichen Truppen bei St. Albans,nordwestlich von London, eine blutige Schlacht, in der Somerset fielund der König in Gefangenschaft gerietst. Sein ganzes Verfahren stellte