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2. Die christliche Zeit 1 (1855) Fünfzehn Jahrhunderte
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»ach dem Ende der Krcuzzüge.

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Gliedern der Widerstandspartci noch vorhanden war, wurde durch Grau-samkeit vernichtet oder durch Schrecken gelähmt. Die Besitzungen derKrone vermehrten sich im Jahre 1481 durch die Provence, da deren letzterBesitzer Karl, der Neffe der neapolitanischen Titularkönige Ludwig !H.und Renatus, ihr dieselbe vermacht hatte. Von seinen Feinden befreit,wachte Ludwig mit finsterm Argwohn über den Schritten seiner Dienerund ihnen wurde die Behandlung, die seine offenen Feinde erfahrenhatten, für Vergehungen oder den Schein von Vergehungen zn Theil.Dabei traf er zu seiner persönlichen Sicherheit mit erfinderischer Vor-sicht die ausgedehntesten Maßregeln. Im Reiche aber jede Regungselbstständiger Kraft nicderznhalten, schaffte er nach der Schlacht beiGuinegate die von den Städten zn dem stehenden Heere gestellten Ver-stärkungen ab und ersetzte sie dadurch, daß er Söldner aus der durchihre Kriegstüchtigkeit so berühmt gewordenen Schweiz in seinen Dienstnahm. Seine unermüdliche Thätigkeit, die einer besseren Verwendungwerth gewesen wäre, hatte Frankreichs Umwandlung vollendet, und erhinterließ dasselbe seinem Sohne Karl Vlll. in einem nach den neuenGrundsätzen wohl geordneten Zustande, da alle Leistungen genau be-stimmt waren und ihre Verwendung in der Hand des Königs lag.Aber wie die Mittel, die zur Begründung dieser neuen Ordnung gedienthatten, schlecht waren, war sie selbst eine mechanische, nur darauf be-rechnet, jeden Beftandtheil des Staates, von dem eine Kraftäußerungausgchen konnte, durch Gegendruck in Ruhe zu erhalten und die Mitteldes Staates dem Herrscher als Gegengewicht gegen Alles, was ihn vondem gewonnenen Standpunkte herabziehen wollte, zur Verfügung zu stellen.

17. Während in Frankreich sich so die königliche Gewalt begründete,zerrüttete sich in E 'gland das königliche Haus durch vieljährigen blutigenKampf, und d- öwalt der wechselnden Herrscher brachte während desbeständigen zneeg'szustandes das Parlament, das hier die Hanptschrankefür die königliche Gewalt gebildet, so um allen Einfluß, daß auch hierdie königliche Gewalt sich zu ähnlicher Höhe, wie in Frankreich steigerte.Heinrich VI., im Jahre 1429 in London, im Jahre 1431 in Parisgekrönt, war auch nach Ablauf seiner Unmündigkeit so wenig zur Ne-gierung fähig, daß er ein Spielball von Parteien wurde. Wie hier-durch der Verlust der französischen Besitzungen herbcigeführt wurde, trugderselbe auch dazu bei, eine Regierung verächtlich zu machen, die mitgroßen Opfern, die sie von dem Volke fordere, doch nichts zn behauptenwisse. Die Unzufriedenheit brachte die Unrechtmäßigkeit der Herrschaftdes Lancasterschen Hauses in Erinnerung, und man fand, daß nachRichards Absetzung eine näher berechtigte Linie, als die Lancasterschewar, übergangen worden. Herzog Johann von Lancaster, der VaterHeinrichs IV., war der dritte Sohn König Eduards III. gewesen. DerKiesel, Weltgeschichte. II. Z4