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2. Die christliche Zeit 1 (1855) Fünfzehn Jahrhunderte
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528 Frankreich und England in den beiden nächsten Jahrhunderten

Städte zu stützen, aber der Krieg nahm eine für ihn ungünstige Wen-dung, und selbst Paris wurde durch das burgundische Heer bedroht, mitdem sich das von Westen vorgedrungene der Bretagne verband. DieLangwierigkeit einer Belagerung von Paris und die Unruhen, welcheauf Ludwigs Betrieb die Lütticher durch neuen Aufstand gegen ihrenBischof und Einfälle in Limburg erregten, machten Karl geneigt, aufFriedensunterhandlungcn einzugehen. Ein Friede zu Conflans an derMündung der Marne bestätigte dem Herzog von Bretagne die be-strittenen Rechte, gab dem Burgunder die Städte an der Somme zurückund machte den Herzog von Berry zum erblichen Herrn der Normandie,dessen Lehenshohcit die benachbarten Herzoge von Bretagne und Aleuyonstatt der königlichen anerkennen sollten. Zum Schutze ihrer Rechte er-wirkten die Verbündeten das Versprechen, daß eine bestimmte Anzahlvon Männern aus ihrer Mitte, aus den Prälaten und aus dem Rathedes Königs die Mißbräuche der Regierung untersuchen und abstellensollten. Doch Ludwigs Kunst wußte alle Zugeständnisse unwirksam zumachen. Er theilte seine Gegner, entkräftete den einen mit Hülfe desandern, wechselte klug mit Ueberraschungen der List und der Gewaltund scheute sich nicht, durch trügerische Versprechungen zu verlocken undan denen, die in seine Gewalt fielen, Tücke und Grausamkeit anzu-wenden. So blieb zuletzt von seinen Feinden Karl, der im Jahre 1467seinem Vater in der Regierung gefolgt war, allein übrig. Ihm gegen-über war er einmal in großer Gefahr, da er sich im Jahre 1468 zupersönlicher Unterhandlung, in welcher er sich mit Recht eine Meister-schaft zuschrieb, nach Peronue begeben hatte und sich bei Ankunft derNachricht von einem neuen durch ihn veranlaßten Aufstande Lüttichs, dasKarl im Jahre 1467 bezwungen hatte, Plötzlich in dp' Gewalt des er-zürnten Feindes sah. Doch er entkam der Gefahr d' Eingehen aufalle ihm vorgelegten Forderungen und durch Theilnahn. dem Feld-zuge, der Lüttich zum zweiten Male in Karls Hände gab. Nach seinerBefreiung trieb er das alte Spiel von Neuem, und das Gewebe vonVersprechen und Betrug, von List und Gewalt wurde sämmtlichen Geg-nern verderblich. Endlich schloß Karl ein Bündniß mit König Eduard IV.von England, das für Frankreich die Tage Karls VI. erneuern sollte.Doch des Königs Erscheinen in Frankreich verspätete sich, Karl ver-geudete inzwischen seine Kräfte vor Neuß, und als Eduard im Jahre 1475in Calais landete, fand er die Sache nicht in der erwarteten günstigenLage und ließ sich von Ludwig in einer Zusammenkunft auf der Somme-brücke zu Pequigny durch Geldeutschädigung zur Rückkehr bewegen. Karlaber verwickelte sich, nach Osten gewandt, in die Kämpfe, in welchener unterging. Die Verwirrung, in welche Burgund darauf stürzte, über-hob den König jeder Furcht von dieser Seite. Wer von den bisherigen