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2. Die christliche Zeit 1 (1855) Fünfzehn Jahrhunderte
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nach dem Ende der Kreuzzüge.

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die von dem Mittelpunkte nach allen Richtungen belebend ausströmen soll,gehemmt, und die Empfänglichkeit, die derselben begegnen soll, geschwächt.

14. Mit wunderbarer Schnelligkeit und unter dem Einflüsse eineswunderbaren Ereignisses erholte sich Frankreich aus seiner Zerrüttung,und, so wenig Karl VH. ein Mann des kräftigen Handelns war, hinter-ließ er bei seinem Tode seinem Nachfolger ein ganz anderes Reich, alser durch seines Vaters Tod erhalten, frei von äußeren Feinden, imInnern gesichert durch wiederhergestellte königliche Gewalt. Sieg überdie Engländer und Begründung einer neuen Ordnung sind die Ergeb-nisse der beiden Hälften seiner Regierungszeit. Dem Siege der Eng-länder bei Azincourt waren neue Siege gefolgt, und im Süden gewannensie Gupenne wieder, wo noch von früheren Zeiten her sich Anhalts-punkte für Erneuerung ihrer Herrschaft fanden. Eine Entscheidung be-reitete sich vor durch die im Jahre 1428 begonnene Belagerung vonOrleans, dessen Besitz den Weg zu weitern Unternehmungen im Südender Loire öffnen sollte und Verknüpfung der englischen Herrschaft imNorden mit der im Süden versprach. Der thatlose, mitten in der all-gemeinen Noth in die Tändeleien eines mehr und mehr verzerrtenRitterlebens versinkende Dauphin hätte sich und sein Reich durch Zurück-ziehen nach dem äußersten Süden aufgegeben, wenn nicht seine Ge-mahlin, die Tochter Ludwigs II. von Anjou, ihn daran gehindert hätte.Da geschah in der selbstsüchtigen, von Parteihaß zerrissenen, großerMänner entbehrenden Zeit das Wunderbare, daß ein Mädchen vonkindlich frommer Seele mit einer Gewalt, die selbst für die Blödsich-tigsten als eine Mahnung aus der höheren Welt erschien, die Franzoseneine ungeahnte Kraft finden lehrte. Johanna d'Arc, das Kind frommerLandlcute in dem Dorfe Domremp unweit der an der lothringischenGrenze gelegenen Stadt Vaucouleurs, erschien im Jahre 1429 vor demKönige zu Chinon, nachdem sie sich mühsam den Zutritt zu ihm ver-schafft, mit der Erklärung, wie ein göttlicher Beruf, ihr durch über-natürliche Gesichte verkündet, sie Orleans zu befreien und ihren Herrnzur Krönung nach Rheims zu führen geheißen. Hatte schon bisher ihreBeharrlichkeit und Zuversicht nur allmälig ihr so viel Glauben gewonnen,daß man ihr das Erscheinen vor dem Könige möglich gemacht, so mußtesie noch vor einer Versammlung von Gottesgelchrten und Nechtsge-lehrten zu Poitiers eine Prüfung bestehen, ehe man in ihr Begehrenwilligte, ihr Krieger zum Entsatz von Orleans zu übergeben. Mit dereinem Befehlshaber gebührenden Würde ausgestattet, erschien sie zuPferde und in männlicher Kleidung an der Spitze einer Schaar, eineFahne tragend, wie sie in ihren Gesichten geschaut, mit dem Bilde desHeilandes und den Namen Jesus und Maria. Sie leitete ihre Kriegerzu strenger Zucht und zu Hebungen der Frömmigkeit an und ließ sie