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Frankreich und England in den beiden nächsten Jahrhunderten
Regentschaft allein dem ältesten gelassen und die Vormundschaft überden König den beiden jüngeren übertragen wurde. Den Regenten ver-anlaßen die Pläne, die er auf Betreiben der Königin Johanna zu Be-gründung seiner Herrschaft in Neapel entwarf, zur Verwendung desStaatsschatzes für einen dem Reiche fremden Zweck. Es erhöhte sichmin der Druck der Steuern, und voll Unmuth regte sich das Volk vonParis zu neuem Aufruhr. Seine Bewegung theiltc sich anderen Städtendes Reiches mit, und ein neuer Aufstand der flandrischen Städte gegenden Grafen Ludwig verband sich mit dem Aufstande der französischenStädte, indem die empörten Bürger auf beiden Seiten sich als Bundes-genossen ansahen und jeder Fortschritt auf der einen Seite der gemein-schaftlichen Sache Förderung zu versprechen schien. In Flandern warwieder Gent der Brennpunkt des Aufstandes, und die Bürgerschaft dieserStadt, die nach Herstellung einer völligen Demokratie von Philipp vonArtevelde, dem Sohne Jakobs, geführt, ausgezogcn war, schlug denGrafen bei Brügge, worauf sie dieser Stadt Meister ward. Die fran-zösische Ritterschaft, welche die Gemeinschaftlichkeit der Sache der Städtein Frankreich und Flandern erkannte, lieferte im Jahre 1382, als Ludwigvon Anjou schon nach Italien abgegangen war, ein Heer zur Unter-stützung des Grafen Ludwig, das von dem Herzoge Philipp von Bur-gund, dem Schwiegersöhne Ludwigs, geführt und von dem jungen Königebegleitet, die Genter bei Noosbeke schlug. Dieser Sieg verfehlte nichteiner Rückwirkung auf Paris und die übrigen empörten Städte Frank-reichs. Der Aufstand hatte sich auch diesmal von denjenigen, die ihnerregt, zu der Masse des niederen Volkes verbreitet und diesem eineGewalt in die Hände gegeben, wovor die Wohlhabenden noch mehrzittern mußten, als sie über die Willkühr des Regenten aufgebrachtgewesen waren. So wurde der Aufruhr der leitenden Kräfte beraubtund konnte niedergeschlagen werden. Verlauf und Ausgang waren anders,als bei ähnlichen Bewegungen in Deutschland. Dort bildeten diejenigen/welche gegen den Adel im Kampfe standen, kleine geschloffene Körperin dem Ganzen des großen, vielfach getheilten Reiches. Daher warender Kampf der schwäbischen Städte und der Kampf der SchweizerKämpfe gegen äußere Feinde und hatten die Natur eigentlicher Kriege.In dem großen, aber geschlossenen Frankreich war die Verwirrung unddaher auch die Erbitterung viel größer, die Greuel viel stärker, da jededer Parteien eine größere Verbreitung und einen größeren Zusammen-hang hatte und die verschiedenen Parteien ungeschieden durcheinanderwohnten. Daher wurde das Leben tiefer in seinem Grunde aufgewühltund ein heftigerer Brand der Leidenschaften entflammt. In Deutschlandwar bei glücklichem Widerstande der städtischen oder ländlichen Bevöl-kerung gegen den Adel gesonderten Neichsthcilen ihre Selbstständigkeit