nach dem Ende der Krcuzzüge.
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Verhältnissen erforderlich gewesen wäre. Die Gelegenheit, welche ihmdas Aussterben der von König Robert abstammenden burgundischen Her-zogslinie zu Vermehrung der Macht der Krone bot, nutzte er nicht.Denn nachdem er als Sohn einer Tochter von dem Urgroßvater desletzten Herzogs das Herzogthum gegen die Ansprüche des Königs vonNavarra, der ein Enkel einer älteren Tochter jenes viertletztcn Herzogs,der Gemahlin König Ludwigs X., war, im Jahre 1361 das Herzog-thum cingezogcn hatte, bildete er daraus ein erbliches Herzogthum fürseinen jüngsten Sohn Philipp, den Genossen seiner Gefangenschaft, derdasselbe in der Folge durch Vermählung mit der Wittwe des letztenHerzogs, einer Erbtochter des flandrischen Hauses, sehr beträchtlich ver-mehrte und den Grund zu der für Frankreich wie Deutschland so be-deutenden burgundischen Macht legte. Während er den Leiden des Landeskeine Abhülfe schaffte, wurde er in Avignon von dem cyprischen KönigPeter von Lusignan zu dem Unternehmen eines Kreuzzugeö begeistert.Der Papst ließ das Kreuz predigen und ernannte ihn zum Anführerdes Kreuzhceres. Das Unternehmen kam aber nicht zu Stande, weilbald nachher des Königs zweiter Sohn, Herzog Ludwig von Anjou,der mit dem dritten, dem Herzoge Johann von Berry, in England biszu Erfüllung des Vertrages von Bretigny als Geisel bleiben sollte, dieErlaubniß, nach Calais zu gehen, zum Entfliehen mißbrauchte. Diesführte den ritterlich gesinnten König, der die Verletzung ritterlichenWortes sühnen zu müssen glaubte, zum zweiten Male nach England,wo er nach einer Reihe von Festen im Jahre 1364 starb.
9. Die Negierung Karls V. (1364—1380) bildet für Frankreichin der langen Reihe seiner Leiden eine kurze Zeit der Erholung. Inder drangvollen Zeit zu besonnenem Handeln gereift, begann er dieAbwehr dessen, was noch auf dem Lande lastete, in einer den vorigenKönigen aus seinem Hause fremden Weise. Bei ihm war an die Stelleritterlichen Ungestüms die Fähigkeit klugen Abwartens, an die Stelleder Neigung zu blendenden Thaten die auf ein festes Ziel gerichteteBerechnung getreten. Er hatte schon durch eine wissenschaftliche Er-ziehung, die er genossen, aus Büchern soviel gelernt, daß man ihm denNamen eines Weisen gab. Er verdiente diesen Namen auch durch dieArt, wie er handelte. War er vermöge seiner Körperbeschaffenheit, die ihneinen neuen Weg einschlagen hieß, in Gefahr, der unter den gegen-wärtigen Verhältnissen nöthigen äußeren Kraft zu entbehren, so ersetzteer diesen Mangel durch einen Mann, der mit den in jener Zeit preis-würdigen ritterlichen Eigenschaften ausgestattet, an der Spitze der könig-lichen Heere sich auch zum gewandten und vorsichtigen Feldherrn aus-bildete. Dieser Mann, der für Karl das Schwert führte, war der ausder Gegend von Rennes stammende Bertrand du Guesclin, der schonKiesel, Weltgeschichte-II. 33