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2. Die christliche Zeit 1 (1855) Fünfzehn Jahrhunderte
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nach dem Ende dcr Krcuzzügc.

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als er in sein Land entlassen wurde, mußte die Tochter als Geisel fürdes Vaters Treue Zurückbleiben. Da nun Guido sich aufs Neue anEngland anschloß, begann Philipp im Jahre 1297 den Krieg mit Flan-dern von Neuem, und als Guido, von keiner Seite unterstützt, sich imJahre 1300 auf den Nath Karls von Valois, den Frieden zu erbitten,nach Frankreich begab, gewährte der König nicht die von seinem Bruderverbürgte Sicherheit und hielt ihn gefangen, während er sein Land fürdie Krone einzog und in dasselbe einen Statthalter setzte. Gerade diefranzösische Gewaltherrschaft war aber für Flandern der Uebergang zurFreiheit. Gereizt durch den Druck der Abgaben, empörte sich die niedereBevölkerung von Brügge. Rasch verbreitete sich die Unzufriedenheitdurch das Land. Es bildeten sich aufständische Schaaren im Lande, dieder Weber Peter Konink von Brügge führte, und die Söhne des ge-fangenen Grasen aus einer zweiten Ehe, welche die Grafschaft Namurbesaßen, nährten den Aufstand. Im Jahre 1302 bemächtigte sich Koninkder Stadt Brügge und ließ alle darin befindlichen Franzosen, die manan dem Schibboleth der Worte Schilt en Vriend erkannte, niedermachcn.Ein Angriff der Franzosen wurde noch im nämlichen Jahre bei Kortrykoder Courtray in der blutigen Schlacht zurückgewiesen, die man nachder Menge der von dem Adel daselbst verlorenen Sporen die Sporcn-schlacht benannte. Eine, zweite große Schlacht bei Mons en Puelle imJahre 1304 förderte die Plane Philipps, der selbst zugegen war, keines-wegs, und im Jahre 1305 ging er einen Frieden ein, nach welchem er^ die flandrischen Städte Ryssel oder Lille, Douay und Bethune behieltund mit dem übrigen Flandern Robert, den ältesten Sohn des in derGefangenschaft gestorbenen Grafen Guido, belehnte, auch die in Beschlag- genommenen Grafschaften Nevers in der Nähe von Burgund und Nethel

! in der Nähe von Luxemburg an Roberts Sohn Ludwig, dem die eine

^ von seiner Mutter, die andere von seiner Gemahlin her gehörte, zurück-

, gab. Spätere Versuche, die er und seine nächsten Nachfolger auf Flandern

! machten, waren ohne Erfolg.

' 5. Philipp hinterließ bei seinem Tode das Land voll Unzufrieden-

t heit, wie sie eine unausbleibliche Folge der Rücksichtslosigkeit war, mit

> der er die Rechte Aller verletzt hatte. Diese Unzufriedenheit war der

^ Vorbote gefährlicher Zuckungen, von denen Frankreich in dcr Folge

! befallen wurde. Ihr nächstes Opfer wurde einer der hauptsächlichsten

Nathgeber des verstorbenen Königs, den der Nachfolger nicht gegenAnklage und Hinrichtung schützen konnte. Ludwig X., der älteste vonPhilipps Söhnen, durch seine Mutter zugleich König von Navarra, sahsich daher auch genöthigt, vielen Forderungen nachzugeben, manches an-gemaßte Recht aufzuopfern und durch Versprechungen beschwichtigend zuwirken. Als Ludwig im Jahre 1316 während eines Feldzuges gegen