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2. Die christliche Zeit 1 (1855) Fünfzehn Jahrhunderte
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504 Frankreich und England in den beiden nächsten Jahrhunderten

Alle diese Bündnisse jedoch lieferten für Eduard keinen Ertrag. Philippsetzte sich mit den Schotten in Verbindung und beschäftigte durch sie denGegner so sehr, daß derselbe weder Gascogne noch das im Laufe desKrieges besetzte Gupcnne wiedererobern konnte. König Jakob schied ansdem Kampfe im Jahre 1295 durch einen Frieden zu Anagni, in welchemer dem Papste und dem Könige Karl II. von Neapel gegenüber fürEröffnung von Anwartschaft auf Corfika und Sardinien die Insel Sicilicnaufgab und somit zugleich ein Gegner der französischen Sache zu seinaufhörte, nachdem Philipps Bruder, Karl von Valois, dem der PapstAragonien zugesprochen, schon vorher von dem neapolitanischen Königedurch Abtretung von Anjou und Maine schadlos gehalten war. DerGraf von Bretagne, den Gewaltthätigkeitcn der Engländer an seinenKüsten gereizt hatten, trat im Jahre 1297 von dem Bündnisse zurückund wurde, indem Philipp sein Land zum Herzogthume erhob, Pair vonFrankreich in der Art, daß er seinen Rang nach dem Herzoge vonBurgund erhielt. Der deutsche König aber konnte nicht einmal denBeeinträchtigungen wehren, die daS deutsche und arelatische Reich vonSeiten Frankreichs erfuhren. Bei so ungünstigen Erfolgen mußte Eduard,für welchen die Rücksicht auf Schottland alles Andere überwog, dieBeendigung des Krieges wünschen und als Philipp die oft zurückgewie-sene Vermittlung des Papstes endlich als die eines Privatmannes ange-nommen hatte, wurde im Jahre 1298 ein Waffenstillstand geschlossen,und im folgenden Jahre kam zwischen den Königen ein Vergleich zuStande, kraft dessen jeder das, was er eben inne hatte, behielt und fürEduard Philipps Schwester Margaretha, für seinen ältesten Sohn dessenTochter Jsabella zur Gemahlin bestimmt wurde. Die Zurückgabe vonGupenne erfolgte erst im Jahre 1303, als Philipp nach erneuertemZwiste mit Bonifacius sich gegen einen englischen Angriff sicher zustellen wünschte.

4. Auf solche Weise hatte jeder der beiden Könige einen seiner )Bundesgenossen, der englische den Grafen von Flandern, der französischedie Schotten preisgegeben. Während nun Eduard seine Pläne gegenSchottland verfolgte, begann Philipp, der sich mit dem neuen deutschenKönige Albrecht auf einer Zusammenkunft zwischen Tüll und Vaucouleursan der Grenze beider Reiche vorteilhaft abgefunden, seine Entwürfegegen Flandern auszuführen. Schon im Jahre 1295 hatte er denGrafen Guido, dessen Tochter dem Prinzen von Wales bestimmt war,mit seiner Tochter zu einem Besuche nach Corbeil gelockt, um sich desVaters Behufs leichterer Gewinnung Flanderns zu bemächtigen und dieTochter an Vollziehung ihrer Ehe mit dem englischen Thronfolger zuhindern. Zwar hatte ein Gericht der Pairs, vor das Philipp denGrafen als untreuen Vasallen gestellt, ihn unschuldig gefunden, doch