492 Das römisch-deutsche Reich iu den beiden nächsten Jahrhunderten
fürsten Ludwig IV. von der Pfalz, den Vorgänger Friedrichs des Sieg-reichen, mit der Führung desselben beauftragte. Der Franzose schloßdaher Frieden mit der Schweiz zu Ensisheim im Elsaß, und währendder langsamen deutschen Rüstungen kam im Jahre 1445 unter Vermitt-lung der Kurfürsten von Trier und Köln zu Trier ein Friede zu Stande,nach welchem das fremde Heer das Reichsgebiet räumte, die von derVerheerung betroffenen deutschen Stände aber auf allen Ersatz verzich-teten. In der Schweiz dagegen dauerte der Krieg noch bis zum Jahre1450, wo die gegen Oestreich gemachten Eroberungen von diesem abge-treten wurden und Zürich auf seinen Bund mit demselben verzichtete, mitden Eidgenossen aber sich über Theilung der Toggenburgischen Besitzun-gen verglich. Oestreich verlor nach zehn Jahren den Nest seiner hel-vetischen Besitzungen mit dem Thurgau, als die Eidgenossen, getriebenvon Papst Pins II., der den Nikolaus Cusanus, nunmehrigen Bischofvon Briren, gegen Herzog Sigismund zu schützen hatte, noch einmal zuden Waffen griffen.
50. Für Italien hatte Friedrichs Negierung gar keine Bedeutung.Wenn er die lombardische Krone und die Kaiserkrone suchte, so konnteer keine denselben entsprechende Wirkung auszuüben hoffen. Hatte erdoch in Mailand das Herzogthnm der Visconti in eine Republik unddie Republik in das neue Herzogthum des Hauses Sforza übergehenlassen müssen, ohne Rechte des Reiches zur Geltung bringen zu können.Im Jahre 1451 begab er sich nach Italien, nahm aber den Weg nachNom mit Vermeidung des mailändischen Gebietes und erkannte dasErlöschen der Reichsgewalt in Italien dadurch an, daß er sich die lom-bardische Krone gleich der kaiserlichen von Papst Nikolaus V. aufsetzenließ, wobei dem Erzbischöfe von Mailand sein diesfälliges Recht Vorbe-halten wurde. Mit ihm empfing beide Kronen seine kurz vorher inSiena angekommene und in Rom ihm angetraute Gemahlin, Eleonore,eine Schwester des Königs Alphons V. von Portugal und Nichte desKönigs Alphons V. von Aragonien. Nachdem er den aragonischenKönig in Neapel besucht, kehrte er nach Oestreich zurück, das er schonbei seiner Abreise in Unzufriedenheit über die eingesetzte Regentschaftverlassen hatte und das ihn nun in offenem Aufruhre zwang, den eigent-lichen Herzog Ladislaus seiner Aufsicht zu entlassen. Sforza blieb auchohne die Belehnung im Besitze seiner Gewalt. Dagegen hatte derKaiser auf dem Rückwege in Ferrara dem Hause Este die Herzogs-würde verliehen, wie er nach seiner Rückkehr und nach der in Oestreicherlittenen Demüthigung im Jahre 1453 unter kaiserlicher Bestätigungaller von den früheren Kaisern den Herzogen von Oestreich bewilligtenRechte sämmtlichen Gliedern seines Hauses den Titel von Erzherzogenbeilegte.