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2. Die christliche Zeit 1 (1855) Fünfzehn Jahrhunderte
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nach dem Ende der Kreuzzüge.

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richtet war, ein königliches Walten möglichst auszuschließen. Wohl er-kannte man es im Reiche, wie sehr es an einem wirklichen König fehle,aber indem man eines Königs Thätigkeit vermißte, vergaß man, daßnicht Friedrichs Eigenthümlichkeit allein die Ursache des elenden Zustan-des war, daß nicht allein jedem auf sein Eingreifen gerichteten Wunscheentgegengesetzte Wünsche gegenüberstanden, sondern daß das von einerSeite gewünschte Eingreifen von vielen Seiten auf Gegenbestrebungenzn rechnen gehabt haben würde. Nichtsdestoweniger war das Daseineines Reichsoberhauptes noch eine Wohlthat für Deutschland, da dochder Idee nach eine Einheit vorhanden war und die entstandenen Fragennoch auf einem vorgezeichneten Wege ihre Lösung suchen konnten. Warauch das Reich von Fehden erfüllt, in welchen die Gewalt der Waffendie Stelle des nicht nachgesuchten oder nicht zur Geltung gelangtenNechtsspruches vertrat, so fehlte es doch nicht an dem Bewußtsein, daßdieser Zustand ungeachtet seiner Verbreitung ein regelwidriger sei. Vielunglücklicher war in dieser Beziehung Italien, wo nicht bloß das An-sehen eines Reichsoberhauptes aufgehört hatte, sondern an das Daseineines Reichsoberhauptes nicht mehr geglaubt wurde. In Deutschlandzeigte sich doch bei allem Eifer für Vergrößerung des Besitzstandes keineförmliche auf der Grundlage der Selbstsucht erbaute Staatskunst. Ge-waltsame Angriffe eines Reichsstandes auf den andern erkannten, indemsie Nechtsverdrehungen zur Rechtfertigung gebrauchten, doch das Be-stehen rechtlicher Schranken an, und der eigentliche Uebergang des Fehde-wesens in Räuberei war bei der staatlichen Ordnung, die sich in dengrößeren Gebieten ausbildete, doch in die engeren Kreise, wo kleinereHerren walteten, verwiesen, oder auf Zeiten, wo große Fehden in gan-zen Länderstrecken für eine Zeit lang Verwirrung hatten einreißen lassen,beschränkt. Darin aber gleicht Deutschland in dieser Zeit Italien, daßder Hauptertrag des gcsammten Lebens dieser Zeit sich auf dem Felde derWissenschaft findet, wo man zu Gunsten der ganzen Menschheit ersetzte,was für die Nationen an Ordnung des staatlichen Lebens und an ein-heitlicher Macht verloren ging. Gerade die Größe und Menge derFragen, welche die Zeit bewegten und an der gemeinsamen Grundlagedes Lebens umgestaltend arbeiteten, regten ebenso, wie sie Kampf undUnterhandlung hervorriefen, eine stille geistige Thätigkeit an. DieMenge der Universitäten, die um diese Zeit gestiftet wurden, gibt schonein äußerliches Zeugniß davon. Sie zeigt auch, wie die Vielfältigkeitder Staatsgebiete eine Ursache für die Vermehrung dieser wissenschaft-lichen Anstalten war. Die Wissenschaft erhielt nicht bloß da, wo innereTheilnahme die Herrschenden ihr zuwandte, Aufmunterung und Pflege,sondern auch der Glanz fürstlicher Höfe erforderte es, daß im Lande dieWissenschaft ihre Vertreter habe und dem Wohlstände von Städten und