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2. Die christliche Zeit 1 (1855) Fünfzehn Jahrhunderte
Entstehung
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nach dem Ende der Krcuzzüge.

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Stelle gesetzt. Die von Constantin erbaute Kirche der göttlichen Weis-heit, ein Denkmal des Sieges des Christenthums, wurde in eine Moscheeverwandelt und verkündete nun mit dem statt des Kreuzes darauf ge-pflanzten Halbmonde, dem von den Arabern auf die Türken übergegan-genen Zeichen des Islams, die Schmach, die das Christenthum im Ostenerlitten und die der Westen nicht abzuwehren versucht hatte. So wardas neue Nom ein Jahrtausend später als das alte den Barbarenerlegen, aber es wurde nicht die Hauptstadt einer durch das Christen-thum verjüngten Welt, sondern die Hauptstadt der Hauptfeinde desChristenthums. Von dem alten Nom war eine belebende Kraft ausge-gangen, welche Barbaren durch Erziehung von Unwissenheit und Rohheitheilte, das neue ward der Brennpunkt eines grimmigen gegen dasChristenthum gerichteten Hasses, der die Barbarei befestigte.

46. Der Eroberer besaß das Geschick, seinem Reiche durch einegeordnete, regelmäßig abgestufte, in der Hand des Herrschers zusammen-laufende Verwaltung Bestand zu geben und alle die äußeren Künste,welche durch mechanische Civilisation entwickelt werden, in eigennütziger,rücksichtsloser Berechnung für die Zwecke einer nicht von höheren Ge-danken geleiteten Herrschaft zu verwenden. So lange und so sichtlichsich das oströmische Reich auch schon dem Untergange genähert hatte,traf die Kunde von dem letzten vernichtenden Schlage das Abendlandmit erschütterndem Schrecken. Der Kaiser des Abendlandes, ein nichtrüstiger Leiter des trägen und schwerfälligen deutschen Staatswesens,berief Reichstage, die über die zu ergreifenden Maßregeln berathensollten und zu keinem Ergebnisse kamen. Die Päpste Nikolaus V.(14471455) und Calirtus Hl. (14551458) wirkten mit den Mitteln,mit denen einst ihre Vorgänger den Muth zum Kampfe für das heiligeLand entzündet und genährt hatten. Doch gegen die in der Nähedrohende Gefahr half nicht mehr, was einst den Eifer entflammt hatte,in der Ferne die Ehre des christlichen Namens zu wahren und in dieFerne Hülfe zu tragen. Der Theil der Christenheit, der durch Abson-derung erstarrt war, fiel als Beute dem Feinde der Christenheit anheimund konnte unter einer barbarischen Herrschaft, die nur äußere Zweckehatte, sein verkümmertes Christenthum um so leichter bewahren, alsdasselbe der Kraft entbehrte, durch lebendige Entfaltung bei dem SiegerEifersucht zu erwecken und Besorgniß zu erregen. Nur in einer Er-scheinung kehrte die Begeisterung der Kreuzzüge wieder. Der heiligeJohannes von Capistrano, nach einem Städtchen in Apulien so benannt,der schon die Hussitischen Jrrthümer mit zündendem Wort bekämpfthatte, zog mit der Gewalt eines Propheten durch das östliche Deutsch-land, und mit wunderkräftiger That und wunderkräftiger Rede entriß erdie Menschen dem Leben des Genusses und weckte in ihnen das Ver-