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2. Die christliche Zeit 1 (1855) Fünfzehn Jahrhunderte
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nach dem Ende der Krcuzzügc.

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spräche des kinderlos gestorbenen Ludwig auf dessen Bruder Renatusübertragen, der als Gemahl einer Erbtochter des seit Kaiser Heinrich IV.bestehenden oberlothringischen Herzogshauscs auch Herzog von Lothringenwar, aber sich in der Gefangenschaft Herzog Philipps des Guten vonBurgund befand. Statt seiner führte den Krieg für seine Ansprücheseine Gemahlin Jsabella, und als Alphons Gaeta im Jahre 1435 be-lagerte, wurde er durch eine Flotte, die Genua auf Anordnung seinesOberherrn Philipp Maria Visconti abgcsandt hatte, geschlagen und kamin mailäudische Gefangenschaft, worauf Jsabella als Königin in Neapelcinzog. Doch Alphons erhielt, indem er Visconti die aus Festsetzungder französischen Partei für ihn erwachsende Gefahr zeigte, die Freiheit.Zwar trennten sich deshalb die Genuesen im Jahre 1436 wieder vonMailand und brachten im Jahre 1438 den aus burgundischcr Haft ge-lösten Renatus nach Neapel; aber ein neuer fünfjähriger Kampf, denAlphons von Gaeta aus mit überlegenen Mitteln führte, gab endlichdoch Neapel in seine Gewalt, und selbst Martins Nachfolger Eugenius IV.erkannte ihn im Jahre 1443 als König des Reiches an und ertheilte ihmdie päpstliche Belehnung. Alphons erhielt dem im Norden mächtigen Her-zogthume Mailand gegenüber ein Gleichgewicht der Mächte in Italien, undnach seinen, Tode im Jahre 1458 kam, während sein Bruder Johann II.die übrigen Reiche erbte, Neapel an seinen unächten Sohn Ferdinand.

40. Wie Papst Martin in Italien, war Sigismund in Deutschlandmehr Zuschauer der sich ergebenden Veränderungen als Ordner der Ver-hältnisse. Die Vertheidigung der südlichen Grenze Ungarns und die Be-kämpfung des anschwellenden hussitischen Aufruhrs ließen für eine nach be-stimmtem Plane geordnete Thätigkeit im Reiche so wenig Zeit und Mittelübrig, als für die Unterstützung des durch Polen bedrängten deutschen Or-dens oder zur Wahrung des Reiches gegen die burgundischen Vergrößerun-gen. Die Erhebung der Grafen Amadeus VIII. von Savoyen und Adolphvon Cleve und Mark zu Herzogen, die noch während des Concils ge-schah, brachte keine neuen Verhältnisse hervor. Aber an das Concilknüpfen sich zwei bedeutende Veränderungen des Besitzstandes im Reiche,Erweiterung des schweizerischen Gebietes auf Kosten Oestreichs undBegründung einer neuen Macht in der Mark Brandenburg auf Kostendes luxemburgischen Hauses. Als Beförderer von Papst Johanns arg-listigen Plänen war Herzog Friedrich von Oestreich dem Banne und derAcht verfallen. Man begann die Acht in Vollzug zu setzen durch ein vonFriedrich von Zollern geleitetes Unternehmen, dem sich Städte undHerren in Schwaben anschlossen. Auf Sigismunds Aufforderung bethei-ligten sich daran auch die Schweizer, indem sie sich belehren ließen, daßihr fünfzigjähriger Waffenstillstand sie nicht hindere, weil kein Vertrag imReiche zu Ungunsten von Papst und Kaiser Geltung haben dürfe. Bern