nach dem Ende der Kreuzzüge.
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Gestalten empfangen werden müsse, und auf die Nachricht davon unter-sagte das Concil den Empfang unter beiden Gestalten, weil er auf eineirrige Lehre gegründet sei. Anfangs gab König Wenzel dem Beschlüssedes Concils Kraft. Als aber die Kunde von Hussens Hinrichtung inBöhmen anlangte, ließ er sich von der Bewegung Hinreißen, die haupt-sächlich deshalb entstand, weil man in dem Geschehenen eine Kränkungder böhmischen Nationalität erblicken wollte. Er gestattete Versamm-lungen, in welchen Beschlüsse für freie Verkündigung der verurtheiltenLehre und Abwehrung ausländischen Einflusses gefaßt wurden. Aucherging von den böhmischen Ständen ein Schreiben nach Constanz, welchemzwar die später ersonnene Behauptung, als ob des Königs Geleitsbriefauch den schuldig Befundenen gegen den Gang der Rechtspflege hättesichern sollen, fremd ist, welches aber die Glieder des Concils mit bit-terem Tadel überschüttet. Das Beispiel der Stände, die alle von demConcil und dem neuen Papste gegen sie ausgehenden kirchlichen Schrittenicht achteten, verbreitete den Geist der Empörung im Lande, wobeiden Empörern, Hussiten genannt, der Kelch als Bundeszeichen diente.
39. Das Werk der Reformation stieß bei der Verschiedenheit derForderungen der verschiedenen Nationen auf große Schwierigkeiten, daMartin, wo es sich um Beschränkung päpstlicher Rechte handelte, mitäußerster Vorsicht verfahren mußte, um nicht zum Nachtheil der Kirchedie Gewalt des apostolischen Stuhles zu schwächen. Es wurden daherzwar einzelne Bestimmungen, worüber eine allgemeine Einigung stattge-funden, im Jahre 1418 als Ergebniß des Neformationsgeschäftes ver-kündigt, im Uebrigen aber mit den einzelnen Nationen nach besonderenWünschen und Bedürfnissen ein Abkommen mittelst der sogenannten Con-cordate getroffen. Damit aber der Ausnahmezustand, der in Betreffdes Verhältnisses von Papst und Concil einmal stattgefunden, nicht zurRegel werde, verbot Martin Berufung von päpstlichen Entscheidungenan ein künftiges Concil, welche jede kirchliche Regierung unmöglich ge-macht haben würde. Für das nächste im Jahre 1423 zu eröffnendeConcil aber ward die Stadt Pavia bestimmt. Nach Auflösung desConcils begab sich der Papst nach Florenz, und nachdem er theils durchWaffen, theils durch Unterhandlungen den im Auseinanderfallen begrif-fenen Kirchenstaat hergestellt hatte, nahm er seinen Sitz in Rom. Dasneue Concil, zur rechten Zeit eröffnet, bald wegen ausgebrochener Pestnach Siena verlegt, wurde in Kurzem, ohne Neues geschaffen zu haben,aufgelöst, und mußte dem nächsten, für welches Basel bestimmt wurde, denVersuch überlassen, wie weit auf dem zu Constanz betretenen Wegegegangen werden könne. Während Martin diese weitere Entwicklungder kirchlichen Verhältnisse nicht erlebte, hatte er an den BegebenheitenAntheil zu nehmen, durch welche das für den päpstlichen Stuhl so wich-