nach dem Ende der Krcuzzügc.
461
zweiten Sohn und Nachfolger Kasimir IV. abtrat und das übrigePreußen mit Verlegung des Ordenssitzes nach Königsberg von ihm zuLehen nahm.
34. An den Küsten der Nordsee entfremdeten sich dem Reiche Län-der ohne Kampf durch Anschließen an ein ans Frankreich stammendesHaus, das allmälig eine Menge theils französischer, theils deutscherLänder zu einem Mittelreiche zwischen Deutschland und Frankreich ver-einigte. Das Herzogthum Burgund fiel nach Aussterben seiner kapetin-gischen Herzoge im Jahre 1361 an König Johann von Frankreich, deraus der Ehe Philipps VI. mit einer Tochter aus dem erloschenen Hauseentsprossen war. So kam die Seitenlinie der Kapetinger, die Valois,welche den Söhnen Philipps IV. auf dein Throne von Frankreich gefolgtwar, auch in Besitz des Herzogthums Burgund, und dasselbe trennte sichvon der Krone wieder, indem Johann es seinem zweiten Sohne Philippdem Kühnen verlieh. Dieser verband mit dem Herzogthume die Frei-grafschaft, Artois, Flandern, Mecheln und Antwerpen durch seine Ver-mählung mit Margaretha, einer Erbtochter des flandrischen Grafen-hauses. Die Freigrasschaft und Artois waren in ihr Haus gekommendurch die Vermählung ihres Großvaters Ludwig mit Philipps V. TochterMargaretha. Derselbe hatte die Grafschaft Mecheln gekauft und seinemSi^ne Ludwig hatte Margaretha von Brabant die Markgrafschaft Ant-werpen als Heirathsgut zugebracht, die seit Jahrhunderten zu Brabantgehörte. Während Philipps ältester Sohn, Johann der Unerschrockene,die von seinem Vater besessenen Länder beherrschte, gelangte auch derzweite Sohn Anton in den Besitz deutscher Reichsländer, und diese fielennach dem Erlöschen seiner Nachkommenschaft gleichfalls an die Haupt-linie des Hauses. Diese Reichsländer waren Brabant, mit dem schonlängst in Folge eines Kaufes Limburg verbunden war, und Luxemburg.Johanna, die Wittwe des Herzogs Wenzel von Luxemburg, war Erbinvon Brabant. Ungeachtet eines Versprechens, das sie in Bezug aufdie Nachfolge ihrem Schwager Karl IV. gegeben, wendete sie die Erb-schaft dem Herzoge Anton zu, der in weiblicher Linie Enkel ihrer Schwe-ster war. Es war vergebens, daß Ruprecht, der schon bei seiner Wahlauf diesen bevorstehenden Fall hingewiesen worden war und desfallsauch Versprechungen gegeben hatte, Einsprache that und die Landständevon Brabant zur Unterwerfung aufforderte. Die Fürsten, die ihm dieEinziehung des erledigten Reichslehens zur Pflicht gemacht, thaten nichts,ihn zu der Ausführung in Stand zu setzen. Luxemburg schien zwardem Hause seiner Fürsten erhalten zu bleiben, da der im Jahre 1396zwischen den Gliedern desselben geschlossene Friede es unter Jobst stellte.Doch eine Heirath mit Elisabeth, der Tochter von Wenzels Bruder-Johann, gewährte dem Herzoge Anton nach Wenzels ausdrücklicher Zu-