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2. Die christliche Zeit 1 (1855) Fünfzehn Jahrhunderte
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454- Das römisch-deutsche Reich in den beiden nächsten Jahrhunderten

ihm viele Ritter aus Niederdcutschland, Frankreich und England in ge-meinschaftlichem Hasse gegen die friesischen Bauern angeschlossen hatten.König Sigismund verbürgte im Jahre 1417 den Friesen ihre unmittel-bare Unterordnung unter das Reich, indem er ihre Lande zu einerReichsvogtei machte und ihnen versprach, weder jemals sie durch Ver-äußerung vom Reiche zu trennen, noch in ihre hergebrachte Verfassungeinzugreifen. Doch war die Zeit nicht fern, wo die wittelsbachischeFamilie einen Nachfolger erhielt, gegen dessen Macht die Friesen weni-ger vermochten. Nirgendwo erwehrte sich eine Bevölkerung der An-sprüche der Fürsten und des Hasses der Adeligen mit mehr Erfolg, alses in der Schweiz geschah« Der Bund der drei Waldstädte hatte sichdurch Verbindungen, welche benachbarte Städte an der Spitze von Land-schaften jede für sich mit demselben geschlossen, beträchtlich erweitert.Luzern, die vierte der Waldstädte, sowie Zürich, Glarus, Zug und Bernwaren in de» Jahren von 1332 bis 1353 dem Bunde beigctreten undhatten dessen Bestand auf acht Orte gebracht. Alles dies war aufKosten Oeftreichs geschehen, das nicht allein durch jene Erweiterung derschweizerischen Eidgenossenschaft Rechte, die es in den fraglichen Land-schaften hatte, einbüßte, sondern auch noch weiteren Verlust dadurch er-fuhr, daß einzelne derselben, namentlich Luzern, durch Aufnahme vonNachbarn in ihr Bürgerrecht ihr Gebiet vergrößerten. Die Linie deröstreichischen Fürsten hatte sich in der Nachkommenschaft Albrechts II.des Weisen oder des Lahmen fortgesetzt. Nach dem Tode seines ältestenSohnes Rudolph IV., des Stifters der Universität Wien, beherrschtendie beiden jüngeren, Albrecht III. und Leopold II., die Länder desHauses. Obgleich sie erst gemeinschaftlich über alle regierten, kam esdoch in der Folge zu einer Theilung, die Albrecht III. das eigentlicheOestreich und Leopold II. alles Uebrige gab. Leopold hatte als NachbarVenedigs an den Kämpfen gegen dasselbe Theil genommen, und die Er-werbung von Triest, das sich aus venetianischer Herrschaft unter die desPatriarchen von Aquileja begeben, dann aber im Jahre 1382 die öst-reichische gewählt hatte, war der bleibende Gewinn aus diesen Feldzügen,während Treviso, das ein Gegenstand des Streites mit Carrara geworden,an diesen überging. Nach diesen Ereignissen nahmen den Herzog die Ange-legenheiten seiner vorderen Lande in Anspruch. Der schwäbische Städtebundbedrohte auch seine Herrschaften in Schwaben, und die schwäbischen Städtesuchten ein Bündniß mit den schweizerischen Eidgenossen, auf das die Wald-städte nicht eingingen, in das sich aber Zürich, Bern und Zug im Jahre1385 zu Constanz oder Kostnitz einließen. Die Fortschritte, welche dieEidgenossen noch immer auf Kosten Oestreichs machten, veranlaßten denHerzog zu einem Eroberungszuge gegen sie, der ihre Sache nur um somehr gegen Oestreich befestigte. Unterstützt von einem zahlreichen, gegen