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Diese Stadt bildete das Haupt einer kleinen Republik. Jenseits ihresGebietes aber setzten sich mit Unterbrechungen die venetianischen Be-sitzungen auf den griechischen Küsten bis zu dem ganz von ihnen ab-hängigen Archipelagus fort. Unter den Söhnen des Johann GaleazzoVisconti, Johann Maria und Philipp Maria, fehlte es dem mailändi-schen Staate an Kraft des Widerstandes. In Benutzung der Umständezeigte sich der jüngere Carrara thätig, doch da die Mutter der ViscontiVenedig durch Abtretung von Vicenza, Bassano, Feltre und Bellunozur Hülfe gewann, ging er im Jahre 1406 im Kampfe mit Venedigunter, und mit seines Hauses Gebiet machte der Seestaat den Anfangseiner Eroberungen auf dem Festlande von Italien. Noch einmal schiensich das Haus Visconti zu befestigen, da Philipp Maria, der seit seinesBruders Ermordung im Jahre 1412 allein regierte, in dem CondottiereCarmagnola seine Stütze hatte. Dieser brachte das zerrissene Genua,das vom Jahre 1396 bis zum Jahre 1409 unter französischer Herrschaftgewesen war, im Jahre 1421 noch einmal unter mailändische. DerKönig Sigismund, der im Jahre 1413 nach Abschluß seines Friedensmit Venedig, unterstützt von den schweizerischen Eidgenossen, gegen denHerzog von Mailand auftrat, war nach Verhältniß seiner Macht einnur sehr unbedeutender Feind. Doch des Herzogs Entzweiung mit demCondottiere bewirkte dessen Uebergang in die Dienste von Venedig.Mit ihm blieb das Glück auf Venedigs Seite, bis der argwöhnischeAdel dieses Staates ihn nach einer Niederlage, die er im Jahre 1431bei Soncino erlitten, im Jahre 1432 enthaupten ließ. Noch einmalerhielt Mailand einen glücklichen Gegner an dem Condottiere FranzSforza, den das mit Venedig zum Kampfe gegen Mailand verbündeteFlorenz in Dienst genommen hatte. Bald aber zog der Herzog vonMailand denselben an sich, indem er ihm seine Tochter vermählte, undnachdem sich der mailändische Staat in Folge von Philipps Tod imJahre 1447 zu einer Republik gestaltet hatte, setzte Sforza für diese denKrieg gegen Venedig fort, gelangte im Jahre 1450 zur Gewalt inMailand und schloß im Jahre 1454 mit Venedig einen Frieden, derdieses im Besitz des Landes bis Bergamo und Crema ließ, währendFlorenz ohne Gewinn aus dem Kriege hervorging und nicht einmalLucca gewonnen hatte.
28. War nun in Italien der letzte Schatten eines kaiserlichen An-sehns verschwunden, so war selbst in Deutschland weder unter dem un-tüchtigen Wenzel, noch unter dem tüchtigen Ruprecht ein eigentlichesWalten eines Neichsoberhauptes zu verspüren. Wenzel hatte von denLändern seines Hauses das Königreich Böhmen mit Schlesien und derOberlausitz erhalten, während dem zweiten der Brüder, Sigismund,Brandenburg und dem jüngsten, Johann, die Niederlausitz zugesallenKiesel, Weltgeschichte. II. 29