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2. Die christliche Zeit 1 (1855) Fünfzehn Jahrhunderte
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448 Das römisch-deutsche Reich in den beiden nächsten Jahrhunderten

scheu Küste, verbunden mit dem Sturze des Kantakuzcnus durch Mi-chael V. Paläologus, die Vcnetianer zu einem Frieden, in welchem sieauf den Handel im schwarzen Meere verzichteten, und Genua erhob sichso sehr, daß es sich im Jahre 1363 wieder von der mailändischenHerrschaft frei machte. Noch vor Abschluß des Friedens ward eineVerschwörung entdeckt und bestraft, mittelst deren der Doge in Ver-bindung mit dem Volke die Aristokratie zu stürzen gedachte. Der Dogewurde im Hofe seines Palastes enthauptet. Bald erlitt Venedig auchan der Ostküste des adriatischen Meeres eine Schmälerung, indem Dalma-tien, das es dem ungarischen Reiche entzogen hatte, durch König Ludwigdemselben wiedergewonnen und im Frieden vom Jahre 1358 förmlichan ihn abgetreten wurde. Da Reibungen mit Genua nicht ausbleibenkonnten, kam es durch Streitigkeiten, in welche beide Staaten in demoströmischcn und dem cyprischcn Reiche gcriethen, im Jahre 1378 zudem dritten und heftigsten der seit Untergang des lateinisch-oströmischcnReiches geführten Kriege. König Ludwig, der Patriarch von Aquilejaund die Carrara standen auf Genua's, die Visconti und König Peter IV.auf Venedigs Seite. Der Landkrieg ward dadurch beendet, daß dieVenetianer das von Ludwig und den Carrara belagerte Treviso anHerzog Leopold von Oestreich abtraten. Zur See wurden sie hartbedrängt durch die Festsetzung der Genuesen auf der Insel Chioggia, undals nach Eroberung dieses Platzes durch die Venetianer bei allgemeinerErschöpfung im Jahre 1381 der Friede unter Vermittlung des Grafenvon Savoyen zu Stande kam, gebot er den Venetianern Verzichtungauf die vor dem Kriege besetzte Insel Tenedoö, wo sie den genuesischenInseln Lesbos und Chios unbequem waren, und auf den Handel nachTana, dem späteren Asow. Nichtsdestoweniger behauptete Venedig vonsetzt an zur See eine Ueberlegenheit, da Genua Parteikämpfen in sei-nem Innern anheimfiel, in Folge deren es sich noch mehr als einmalfremder, theils französischer, theils mailändischer Herrschaft unterwarf.Im Jahre 1387 erwarben sie sogar das bisher neapolitanische Corfu.Noch glänzendere Ausbreitung ihrer Herrschaft erfolgte aber währendder ersten Hälfte des folgenden Jahrhunderts. Der Kampf, den Ladis-laus mit Sigismund um die ungarische Krone führte, verhalf den Vene-tianern zum Besitze von Dalmatien und Friaul. Durch Ladislaus kamenim Jahre 1410 dalmatische Städte als Preis der Hülfe in ihre Hände.Sigismunds Versuche, sie wiederzuerobern, führten zu einem Kriege, derihnen bis zum Jahre 1420 ganz Dalmatien wiedergab, worauf auchFriaul, von wo aus Sigismund im Bunde mit dem Patriarchen vonAquileja den Krieg geführt hatte, im Jahre 1421 von dem Patriarchenbis auf Aquileja abgetreten wurde. Ununterbrochen zogen sich jetzt ander Ostküfte des adriatischen Meeres ihre Besitzungen bis nach Ragusa.