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2. Die christliche Zeit 1 (1855) Fünfzehn Jahrhunderte
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444 Das römisch-deutsche Reich in den beiden nächsten Jahrhunderten

1282 zu einer Verfassung, nach welcher die Vorsteher von sechs höherenGewerbsgenossenschaften oder Zünften die Negierung bildeten, und dareichere Bürger ebenfalls leicht in Streit miteinander geriethen und derüber seine Erniedrigung grollende Adel denselben schürte, folgte zehnJahre später die Einsetzung eines Bannerherrn oder Gonfalonierc derGerechtigkeit. Zugleich wurde die Demokratie dadurch befestigt, daßder Adel an Rechten tiefer als die Bürgerlichen gestellt und für Ver-dienst um den Staat die Aufnahme von Adeligen in den Bürgerstandals Belohnung cingeführt wurde. Desto heftiger wurde der Grimm desAdels gegen die hervorragenden Bürgergeschlechter. Ein innerer Zwistin Pistoja vermehrte durch die Art, wie Florenz sich einmischte, denZündstoff, den dieses schon in sich barg. Die Florentiner zogen, umdurch Tilgung des dortigen Streites den Gibellinen die Hoffnung aufErlangung der Gewalt abzuschneiden, die Häupter der Parteien, derSchwarzen und der Weißen, in ihre Stadt. Nun schlossen sich dieWeißen an ein hervorragendes Bürgergeschlecht an, und dieses nanntesich nebst seinem Anhänge mit dem Namen derselben, der dadurch, weilauf der entgegengesetzten Seite der wclfische Adel stand, sich der Be-deutung nach nun ebenso dem der Gibellinen, wie der Name derSchwarzen dem der Welfen näherte. Da jetzt die demokratische Parteidie gibellinische geworden war, unterlagen die Welfen, indem die Vor-steher der Zünfte die Häupter beider Parteien zur Herstellung der Ruheaus der Stadt wiesen, aber den Weißen die Rückkehr erlaubten. Hier-durch wurde die Berufung Karls von Valois durch Bonifacins VIII.veranlaßt, und eine Folge davon ist die welfische Haltung von Florenzzur Zeit Heinrichs VII. Die Gewalt lag in den Händen des höherenBürgerstandes, und die Regierung führte eine Signorie, zu welcher dieVorsteher der Zünfte und der Gonfaloniere gehörten. Daß aus demhöheren Bürgerstande sich eine Aristokratie entwickle, suchte man durchEinführung eines Ostracismus zu verhüten, die im Jahre 1323 stattfand.Doch vorübergehende Ereignisse und augenblickliche Besvrgniß führtenauch zur Ernennung eines Signore. Dieses Amt bekleideten KönigRobert, Castruccio und Roberts Sohn Karl. Als von dem drittendieser Signoren, der zum Schutze gegen den zweiten erwählt war undeine unumschränkte Gewalt zu üben angefangen hatte, dessen Tod sie imJahre 1328 befreite, dauerte es nicht lange, bis sie, ungeachtet der ge-machten Erfahrungen, wieder einen wählten. Ein Krieg, den sie umLucca mit dem von Luchino Visconti unterstützten Pisa führten, versetztesie in Bedrängniß und erregte Sehnsucht nach kräftiger einheitlicher Lei-tung. Einer der abendländischen Fürsten, deren sich nach Vernichtungdes lateinisch-oströmischen Reiches im Bereiche desselben noch mancheerhalten hatten, Walther von Brienne, Herzog von Athen, war damals