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2. Die christliche Zeit 1 (1855) Fünfzehn Jahrhunderte
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nach dem Ende der Krcuzznge.

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Kaiser und dem Papste, das Geschehene bekannt. Doch schnell erreichteseine Herrschaft ihr Ende, da er durch Herrschsucht und Prunk die Ge-müther von sich abwandte. Er wurde noch im Jahre 1347 vertriebenund kam zum Könige Karl nach Prag, der ihn dein Papste nachAvignon schickte.

18. Während in Italien Veränderungen solcher Art ohne alle Rück-sicht auf päpstliche und kaiserliche Gewalt vorgingen, folgte in Avignonim Jahre 1353 auf Clemens VI., der seine Stellung zu Erhebungseiner Verwandten und zum Gelderwerb mißbraucht hatte, in Jnno-cenz VI. ebenso ein besserer Nachfolger, wie Johann XXIl. ihn anBenedikt XII. erhalten hatte. Wie er in seiner Nähe Ordnung schuf,unternahm er es auch, den Kirchenstaat herzustellen. Zu dem Endesandte er den Legaten Albornoz nach Italien. Dieser fand in Mailand,wo an Galeazzo's Stelle, nachdem erst sein Sohn Azzo, dann seinBruder Luchino die Herrschaft geführt, sein zweiter Bruder, der Erz-bischof Johann Visconti, getreten war, ehrenvolle Aufnahme, und vonden Florentinern verstärkt, löste er in kurzer Zeit mit kleinen Mittelnden größten Theil der ihm gestellten Aufgabe. In seinem Gefolgekehrte Cola di Nienzi nach Rom zurück, den der Papst wegen seineseinstigen Einflusses zur Herstellung der Ordnung benutzen zu könnenglaubte. Der Legat verlieh ihm die Würde eines Senators, und alssolcher begann er das alte Spiel von Neuem, wurde durch Erhebungvon Abgaben abermals verhaßt und fiel im Jahre 1354 in einem Auf-stande. Im folgenden Jahre erschien auch König Karl, dem der vorigePapst die Erlaubniß zum Römerzuge verweigert hatte, in Italien. Dochentsprach sein Erscheinen nicht den Erwartungen, die Viele von derErneuerung des Kaiserthumö hegten, und die Petrarca mit Begeisterungverkündet hatte. Er war von keinem Heere begleitet, und erst in Italienerhielt er ein solches durch Zuzüge. Er schien nur gekommen, um be-stehende Zustände für Geld zu bestätigen. So zog er ohne Kampf bisRom. In Mailand, wo seit dem vorigen Jahre an des ErzbischofsStelle die drei Söhne seines Bruders Stephan, Maffeo II., Galeazzo II.und Bernabo, getreten waren, empfing er die Königskrone. Rom abermußte er, nachdem Albornoz ihn gekrönt, einer dem Papste ertheiltenZusage gemäß, sofort verlassen. Es verschwand mit ihm der letzteZauber des kaiserlichen Namens.

19. Eine Feststellung dessen, was sich theils von selbst entwickelthatte, theils noch durch Unbestimmtheit zu Verwirrungen Anlaß gab,war es auch, was den Kaiser zunächst in Deutschland beschäftigte. EineUrkunde, goldene Bulle genannt, welche als Ergebniß zweier zn Nürn-berg und Metz gehaltenen Reichstage im Jahre 1356 bekannt gemachtwurde, faßte die Regeln zusammen, nach denen in der Folge bei Wahl

Kiesel, Weltgeschichte- II- 2Z