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2. Die christliche Zeit 1 (1855) Fünfzehn Jahrhunderte
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nach dem Ende der Kreuzziigc..

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Landvolkes blutig zu strafen gedachte, ward im Jahre 1315, als er vonNorden in das feindliche Gebiet einrückte, bei Morgarten gänzlich ge-schlagen, während eine Schaar, die von Süden über den Paß desBrünig in Unterwalden eindringen sollte, ebenfalls eine Niederlage erlitt.Es dauerte Jahre, bis Leopold nach diesem Schlage wieder Kräfte ge-sammelt hatte, seinen Bruder nachdrücklich zu unterstützen. Es schiensich das Uebergewicht auf östreichische Seite zu neigen, und Ludwigkonnte die Verheerung Baierns nicht hindern. Da entschied in derGegend von Mühldorf und Ampfing im Jahre 1322 das Glück derWaffen für Ludwig, der seinen gefangenen Jugendfreund Friedrich aufdas Schloß Trausnitz bei Landshut bringen ließ und dessen gleichfallsgefangenen Bruder Heinrich dem Könige von Böhmen zur Verwahrungübergab. Die gewonnene Herrschaft benutzte auch Ludwig alsbald zurGewinnung neuer Besitzungen für sein Haus. Im Jahre 1320 wardiejenige Linie des askanischen Hauses, welche das Markgrafthum inBrandenburg bekleidete, mit Heinrich ausgestorben, und obgleich dieübrigen askanischen Linien, die herzoglich sächsischen und die anhaltischen,von zwei Söhnen des Herzogs Bernhard von Sachsen abstammend,nebst andern benachbarten Fürsten Anspruch auf die Nachlassenschaftmachten, zog Ludwig das Land als erledigtes Neichslehen ein und ver-lieh es seinem Sohne Ludwig, während der König von Böhmen, der sichebenfalls Hoffnung auf Brandenburg gemacht hatte, für die von einemder schlesischen Herzoge, dem Herzoge von Jauer, ihm abgetretene Ober-lausitz die Belehnung erhielt.

12. Während Leopold die Feindseligkeiten fortsetzte, trat als GegnerLudwigs Papst Johann XXII. auf. Nach Clemens V. Tode im Jahre1314 war es länger als zwei Jahre nicht zu einer neuen Wahl ge-kommen, weil die Wünsche für Rückkehr des Stuhles nach Nom undfür dessen Verbleiben in Avignon das Collegium der Cardinäle theilten.Als endlich im Jahre 1316 Johann XXII. erwählt war, zeigte er durchsein Verbleiben in Avignon und durch die abermalige Aufnahme vonFranzosen unter die Cardinäle, daß er den Spuren seines Vorgängersfolgen werde. Den beiden deutschen Königen verweigerte er gleichmäßigdie erbetene Bestätigung. In Italien versuchte er die Verwaltung derzum Reiche gehörigen Länder, da das Reich erledigt sei, an sich zu ziehen.Indessen stieg die Macht gibellinischer Häupter so empor, daß wenigAussicht auf Behauptung jenes Anspruches zu bleiben schien, zumal derKönig Robert durch Krieg mit Sicilien gehindert war, und die Hülfe,welche sein Bruder Philipp von Tarent den tuscischen Welfen zugcführt,sich schon im Jahre 1315 unzulänglich gezeigt hatte. Visconti erweiterteseine Macht dermaßen, daß der Umfang seiner Herrschaft sich dem desalten lombardischen Bundes näherte. Er legte zwar das Reichövicariat