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2. Die christliche Zeit 1 (1855) Fünfzehn Jahrhunderte
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418 Das römisch-deutsche Reich in den beiden nächsten Jahrhunderten

Bezirken gegeben, die sich einer ähnlichen Stellung, wie die friesischenLande, erfreuten, so daß sie, keinem Herrn untergeben, unmittelbar desReiches Schutz genossen. Nur war die Freiheit keine ursprüngliche,sondern eine verliehene. So hatte Friedrich II. den Landschaften Uri,Schwpz und Unterwalden, deren Bewohner mit ihm in Italien gekämpft,eine freie Stellung gegen die im Aargau entstandene und über sie mitausgedehnte Landgrafschaft gegeben, um den Inhaber der Landgrafschaft,den Oheim des nachmaligen Königs Rudolph, für seine welsische Ge-sinnung zu strafen. Das Bestreben, die neue Freiheit zu schützen, bewirkteein Bündniß der drei Landschaften. Das Anwachsen habsburgischen Be-sitzthumö in Helvetien brachte ihrer Freiheit immer größere Gefahr, daeS den Habsburger» immer möglicher wurde, auch sie in den Bezirk dervon ihnen geübten Gerichtsbarkeit zu ziehen und so den Uebergang zurAbhängigkeit zu bilden. Während der Zeit des Königs Rudolph hattensie ihre Stellung wahren können, und gleich nach seinem Tode erneuer-ten sie ihren Bund zu deren fernerer Wahrung. Unter Albrecht, derihnen schon wegen ihrer Treue gegen Adolph gram war, änderte sichdas Verhältnis), und habsburgische Beamte, die als Beamte des nun alsLandesherr» auftretenden Habsburgers Landvögte hießen, kamen in dasLand. Die Landschaften, die sich nur für die Handhabung der peinlichenGerichtsbarkeit Neichsvögte gefallen lassen und die niedere durch diegewählten Landammänner versehen wollten, fühlten den Uebergang umso eher, als die Landvögte nicht, wie Neichsvögte, vorübergehend beiihnen weilten, sondern bleibenden Sitz im Lande nahmen. Die Sehn-sucht nach alter Freiheit und die Herrschbegierde Albrechts, die sich denLandleuten hinter Vorspiegelung der unter dem Hause Habsburg zufindenden kriegerischen Ehre verbergen wollte, standen sich schroff gegen-über. Da Vorstellungen, die dem Könige gemacht worden, fruchtlosgeblieben waren, fand im Jahre 1308 kurz vor Albrechts Tode einAufstand statt, durch welchen die Vögte vertrieben wurden und derAbhängigkeit und Dienstpflichtigkeit ein Ende gemacht wurde. DerEifer für die neuerrungene, auch in der Folge noch mannigfach bedrohteFreiheit verflocht in die Erinnerung an deren Erwerbung Erzählungenerlittenen Unrechts, die den Haß gegen Oestreich wach erhielten. Soverkündete dichtende Sage den Nachkommen von dem Schwure der Be-freier auf dem am Vierwaldstädter-See gelegenen Platze Grütli, vondem zu Altorf aufgesteckten östreichischen Herzogshute, von dem an eineSage von Palnatoke erinnernden Schüsse des Tell nach dem Haupteseines Kindes, von dem durch den gefangenen Tell aus der Gefahr desSturmes geretteten und dann von demselben erlegten Landvogte Gcßler.Die ganze Begebenheit aber, so klein der Kreis ihrer nächsten Wirkungwar, breitete den Geist der Abneigung gegen die ritterlichen Herren im