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2. Die christliche Zeit 1 (1855) Fünfzehn Jahrhunderte
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416 Das römisch-deutsche Reich in den Leiden nächsten Jahrhunderten

begünstigte die Erhaltung des freieren Zustandes, vermöge dessen dieFriesen keinen Fürsten, sondern nur den Kaiser als Herrn anerkannten.Nur mit den Grafen von Holland hatten sie harte Kämpfe zu bestehen,da diese ihr Grafenrecht zur Landeshoheit ausbilden wollten und zu demEnde Vögte in ihr Land schickten und feste Schlösser zur Behauptungdesselben erbauten. Ein für die Friesen erfolgreicher Kampf der Artwar es, in dem König Wilhelm unterging. Der Erfolg verbreitete denGeist der friesischen Freiheit in der Nachbarschaft bis nach Haarlem,Amersfort und Utrecht, und hätte hier der Adel sich nicht doch nochbehauptet, so würde der bis an die Wesermündung reichende Bund derfriesischen Seelande diese Städte in sich ausgenommen und der dortigenHerrschaft der Grafen von Holland und des Bischofs von Utrecht einEnde gemacht haben. Doch, was König Wilhelm mißlungen war, gelangin Beziehung auf das westlichste der friesischen Lande, die im Westen desZupdersce's sich erstreckende Halbinsel, seinem Sohne Florentius V., zumalda die Meeresfluten die Kraft dieses Thcileö der Friesen brechen halfen.So wurde die Halbinsel ein Theil der Grafschaft Holland, und der Nameder Friesen verlor sich auf der Westseite des Zupdersce's. Der Stammder Grafen von Holland war nun im Jahre 1299 mit Florentius' SohneJohann ausgestorben, und Albrecht suchte hier zu thun, was seinemVater im Osten Deutschlands gelungen war. Doch da in diesen Landenbisher immer weibliches Erbrecht gegolten hatte, fand der Plan, dieselbenals erledigte Neichslehen einzuziehen, einen Gegner an einem berech-tigten Bewerber. Diesseits der französischen Nordgrenze zwischen Flan-dern und dem Gebiete des Bisthums Lüttich, lag die Grafschaft Henne-gau. Sie war durch Heirath eines ihrer Inhaber, Balduins IV., miteiner Erbtochter von Flandern und Artois mit diesen Grafschaften ver-bunden worden. Während nun Balduins Tochter Isabelle durch Ver-heiratung mit König Philipp Artois an die französische Krone brachte,folgten auf Balduins Sohn, Balduin V., der für Flandern B alduin IX.war und Kaiser des Ostens wurde, in Flandern und Hennegau nacheinander seine beiden Töchter, von denen die zweite einmal mit einemAvesne und einmal mit einem Dampierre verheirathet, dem Sohneerster Ehe Hennegau, dem Sohne zweiter Ehe Flandern hinterließ. DerGraf von Hennegau aber vermählte sich mit einer Schwester desdeutschen Königs Wilhelm, und dessen Sohn Johann nahm nach demErlöschen des holländischen Grafenstammes die erledigten Länder alsnächster Verwandter in Besitz, und empfing den König Albrecht, alsdieser mit einem Heere erschien, so wohl gerüstet, daß derselbe das Un-ternehmen aufgab. Zu ähnlichen Versuchen reizte den König das Er-löschen des böhmischen Königsstammes, der von einer alten Königin derlibussische genannt wird. Schon Wenzeslaw II-, der die Kronen von