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2. Die christliche Zeit 1 (1855) Fünfzehn Jahrhunderte
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410 Das römisch-deutsche Reich in den beiden nächsten Jahrhunderten

den Rest seines Lebens in Hast. Seine Versuche, Sicilien dem HauseAnjou wieder zu verschaffen, waren fruchtlos, und die kirchlichen Waffen, dieer dazu anwandte, wurden durch den nnzeitigen Gebrauch nur abgestumpft.

5. Indessen bereitete sich in einem andern Reiche die Herrschafteines Zweiges des Hauses Anjou vor, und das päpstliche Einschreiten,das hier ebenfalls zu Gunsten des Hauses erfolgte, verfehlte seinesZweckes nicht. In Ungarn nahte sich der alte Konigsstamm, den Arpadgestiftet, dem Erlöschen. Schon unter dem letzten Könige desselben,Ladislaus, dem Sohne Stephans V. (12781290), war der päpstlicheStuhl zu vielfacher Beschäftigung mit den Verhältnissen dieses Reichesgenöthigt gewesen. Der König, der von einer kumauischen Mutterstammte, erregte Unzufriedenheit durch Begünstigung der heidnischenKumanen, die jetzt große Ansiedelungen theils in den Gegenden an derKörös, theils in den Gegenden zwischen Donau und Theiß hatten. Erlebte dabei wie ein Heide in Ausschweifungen mit kumauischen Frauen,um derentwillen er seine Gemahlin Isabelle, die Tochter Karls I. vonSicilien, verstieß. Beides, sowie die Bemühungen um Bekehrung derKumanen, erheischte ein stetes Eingreifen der Päpste. Die Haltlosigkeitdes Königs ließ es aber zu keiner Besserung der Verhältnisse kommen.Da er zum Auftreten gegen die Kumanen gedrängt, gegen sie die Waffenergriffen, ward er ihnen verhaßt, und fiel durch Mörder, die von ihnenabgesandt waren. Jetzt lebte noch ein Sprößling des ArpadischenStammes, ein Neffe von Ladislaus' Großvater Bela IV., Andreas,nach seiner venetianischen Mutter der Venetianer genannt. Ihm schloßsich ein Theil von Ladislaus' Gegnern an, während König Rudolphdas Land als Lehen des deutschen Reiches in Anspruch nahm, und KönigKarl II-, der mit Ladislaus' Schwester Maria vermählt war, für seinenältesten Sohn Karl Martell die ungarische Königskrone forderte. An-dreas I!I., in Stuhlweißenburg gekrönt, gewann bald den einheimischenKlerus und Adel, fiel feindlich in Oestreich ein und schloß darauf mitHerzog Albrecht ein Bündniß, worauf er sich mit dessen Tochter Agnesvermählte. Indessen begann Karl Martell, zu Nom von Cölestin V.als König von Ungarn gekrönt, die Eroberung der ungarischen Seeküste,starb aber während der Unternehmung im Jahre 1295. Bonifacius VIII.übertrug nun die Regierung seiner Mutter Maria, während ein großer,auf dem Felde Rakoö bei Pesth gehaltener Reichstag der Ungarn,Sachsen und Kumanen Andreas III. als König anerkannte. Da dieRegierung streitig war, hatte jede Unzufriedenheit gegen den tatsächlichregierenden König einen Anhalt an dem Bewerber in der Ferne. Esbildete sich eine Partei, die den Papst zu entscheidenden Schritten auf-forderte, und Karl Martells Sohn, Karl Robert, den schon die Küsten-länder anerkannt hatten, begann den Krieg, während der Legat des