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2. Die christliche Zeit 1 (1855) Fünfzehn Jahrhunderte
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408 Das römisch-deutsche Reich in den beiden nächsten Jahrhunderten

Walrams war der neue deutsche König, und Albrecht, der in der Erwartung,die Wahl auf sich fallen zu sehen, das Schloß Trifels mit den Reichökleinodienin Besitz genommen hatte, übergab dasselbe ohne Kampf dem Gegner.

3. Während sich seit Nndolphs Wahl die deutschen Staatsverhält-nisse ohne Einwirkung des päpstlichen Stuhles entwickelt hatten, warenaußerhalb des deutschen Gebietes bedeutende Folgen der von demselbenim Süden Europa's geschaffenen Ordnung hervorgetreten, die nicht ohnegroße Rückwirkung auf die Verhältnisse des Reiches blieben. Zwischendem päpstlichen Stuhle und dem französischen Könige beider Sicilienhatte sich ein Verhältniß gebildet, das, ohne in offene Feindschaft über-zugehen, nur mit der Unterordnung des einen unter den andern endenkonnte. Der König betrachtete seine italische Herrschaft als Vorstufe zugrößerer Macht, und wie der Papst ihm dabei hindernd im Wege stand,konnte er mit demselben nicht brechen, weil er dessen Mitwirkung bedurfte.Da aber in Nom Berechnung der nächst liegenden Vortheile eine große,frei in die Ferne blickende Behandlung der Weltverhältnisse zu hindernanfing, trug bald Karls arglistige Staatskunst den Sieg über den päpstlichenStuhl davon, und französische Arglist begann demselben größeren Eintragzu thun, als die Gewalttätigkeit der Hohenstaufen vermocht hatte. Diesbegann damit, daß nach Nikolaus' Hl. Tode im Jahre 1280 unter KarlsEinflüsse ein Franzose, Martin IV., zum Papste erwählt wurde, der sichzum Werkzeuge von dessen herrschsüchtigen Plänen erniedrigte. Karlward wieder Senator zu Nom, aus seinen Vasallen wurden Statthalterfür Theile des Kirchenstaats gewählt, und der welfische Parteihaß, dender Papst zu tilgen bemüht sein mußte, von Neuem angefacht. ZurVerstärkung des französischen Einflusses wurden in das Collegium derCardinäle durch die erste Ernennung Franzosen gebracht. Die nächsteVerwicklung ergab sich hieraus durch den Abfall Siciliens. Denn nunsollte das päpstliche Ansehen zur Wiedergewinnung der Insel dienen,und König Karl konnte seine Sache um so leichter als die Sache derChristenheit darstellen, da durch das Gelingen die Fortsetzung seiner Un-ternehmungen für das heilige Land sich erleichtern mußte und die Aus-führung seiner Pläne gegen Constantinopel, auf dessen zuletzt von demflandrischen Balduin II. eingenommenen Thron er als Enkel einerSchwester von dessen Großmutter Anspruch machte, möglich zu werdenschien. Als König Peter von Aragonien Sicilien eingenommen hatteund sich gegen Karl, ungeachtet diesem die gegen Constantinopel gerüsteteFlotte zur Verfügung stand, siegreich behauptete, suchte der Papst ihndurch geistliche Strafen zu schrecken. Da dies keine Wirkung hatte,erklärte er den aragonischen König auch seines ursprünglichen Reichesverlustig und lud Karls Neffen, den König Philipp III. von Frankreich,ein, dasselbe für seinen zweiten Sohn, Karl von Valvis, zu erobern,