390 Frankreich, England nnd Spanien im Zeitalter der Kreuzziigc.
eine für seinen König gefährliche Macht zu gewähren. Heinrich HI.,der im Jahre 1230 vergeblich Unruhen in Bretagne gegen Ludwig zubenutzen suchte, war bei seinen despotischen Bestrebungen zu schwach, umdem innerlich erstarkenden französischen Reiche ein gefährlicher Gegnerzu sein. Auch näherten sich die beiden Könige einander durch Ver-schwägerung. Im Jahre 1234 vermählte sich Ludwig mit der durchGottesfurcht ausgezeichneten Margaretha, der ältesten Tochter des Grafenvon Provence, der einer von Peters II. Bruder Alphons abstammenden, ^die Provence abgesondert beherrschenden Seitenlinie des aragonischenKönigshauses angehörte, und zwei Jahre später ward dessen zweite TochterEleonore die Gemahlin Heinrichs. Als aber dennoch das Widerstrebeneines Vasallen in Poitou, der sich an den König von England zu lehnensuchte, diesen verleitete, im Jahre 1242 gegen den Rath seiner Großen,mit erzwungenen großen Geldsummen herüberzukommen, und der Grafvon Toulouse, in dem Verlangen, seine verlorenen Länder wiederzuge-winnen, sich an dem Unternehmen betheiligte, führte Ludwig gegen beideeinen siegreichen und gewinnreichen Krieg, mit welchem für die Zeit seiner 'Regierung der Kampf gegen Vasallen beendigt war. lieber den Grafen !
von Toulouse aber trug er im Jahre 1246 noch einen unblutigen Sieg i
davon. Dem Grafen war mit der Hand der Beatrix, der viertenTochter des Grafen von Provence, die Herrschaft dieses Landes be-stimmt. Doch Ludwig ließ das Land für seine Gemahlin als die ältesteSchwester besetzen, und seine Unterhandlungen mit den Großen desLandes führten dahin, daß Beatrix zwar nach der Bestimmung ihresverstorbenen Vaters als Erbin anerkannt wurde, aber ihren Besitz indas französische Königshaus brachte, indem sie sich mit Ludwigs jüngstemBruder Karl vermählte, dem der König dazu Anjou und Maine ver-lieh. Sehr wesentlich trug es zur Regelung der Vasallenverhältniffeauch bei, daß Ludwig nach dem letzten englischen Kriege diejenigen seinerVasallen, die zugleich Inhaber englischer Lehen waren, nach Paris beriefund sie nöthigte, zwischen dem englischen und französischen Lehensverhält-niß mit Aufgcbung des einen von beiden zu wählen, wodurch für dieFolge vielen Verwicklungen vorgebeugt wurde.
11. Ruhig und fest auf Pfaden der Gerechtigkeit wandelnd, wardLudwig, indem das königliche Ansehn von der Würde seines Trägersden höchsten Vortheil zog, zugleich der Wohlthäter seines Volkes. DieSicherheit seiner Stellung gestattete ihm ebenso sehr, sich den allgemeinenAngelegenheiten der Christenheit zu widmen, wie die Reinheit seinesGemüthes ihm Beruf dazu verlieh. Zwar beobachtete er in dem Kampfe,den Jnnocenz IV. von Lpon aus gegen Friedrich II. führte, eine klugeZurückhaltung, aber von der Bestürzung, mit welcher die Nachrichtenvon den Siegen der Chowaresmier und der Mongolen die Christenheit ^