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2. Die christliche Zeit 1 (1855) Fünfzehn Jahrhunderte
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Frankreich, England und Spanien im Zeitalter der Krcuzzügc. Z91

erfüllten, ward er tief ergriffen. Zu einer Zeit, wo die Erinnerungan so viele fehlgeschlagene Versuche und die Unwahrscheinlichkeit, daß inder Ferne für das in der Hcimath Aufzugehende Ersatz zu finden sei,den Aufforderungen zu Kreuzfahrten in den Osten immer stärkerenWiderstand bereitete, ward durch ihn die Reihe der Helden, denen derGlaube an den Heiland das Schwert zum Kampfe gegen die Ungläu-bigen in die Hand gab, in würdigster Weise geschlossen. Wie nebendem zerfallenden Deutschland Frankreich stark und mächtig cmporftieg,überkam er, da der Kaiser nicht mehr Schirmherr, sondern Feind derKirche war, das kaiserliche Amt eines Vorkämpfers der Christenheit.Er, der möglichst vollendete christliche Herrscher, sollte von dem Lebennicht scheiden, ohne auf demjenigen Felde zu dienen, wo der Kampf zumschärfsten Ausdrucke eines die Christenheit durchströmenden gemeinsamenLebens geworden. Schon während des Concils zu Lyon hatte Jnnocenzden König das Gelübde eines Kreuzzuges aussprechen hören, das er imGenesen von schwerer Krankheit gethan hatte, und dem er unter dem drin-genden Abmahnen seiner Umgebung treu geblieben war. Im Jahr 1248lief er in Begleitung seiner drei Brüder, Robert von Artois, Alphonsvon Poitou und Karl von Anjou, von Aiguesmortes ans, und nachdemer in Cypern überwintert, machte er im Jahre 1249 den Angriffauf Aegypten. Ungeachtet Saleh ihm ein großes aus Schaaren derMameluken gebildetes Heer entgegengesandt hatte, gelang noch einmalchristlichen Waffen die Eroberung von Damiette. Doch bei dem Ver-suche, über Mansura nach Kahira, der Hauptstadt des Landes, vorzu-dringen, verließ die Christen das Glück, und während von Turanschah,dem Sohne des inzwischen gestorbenen Saleh, noch kurz vorher überRäumung des heiligen Landes gegen Räumung von Damiette verhandeltworden war, gerieth Ludwig auf dem Rückzüge nach Damiette mit demganzen Heere in Gefangenschaft und mußte für die Befreiung und einenWaffenstillstand die Stadt Damiette und eine große Geldsumme bieten.Da fiel Turanschah in einem Aufruhr der über den Vertrag ergrimmtenMameluken, und die ägyptische Dynastie der Ejubiden war erloschen,da seitdem die Führer der Mameluken das Land als Sultane beherrsch-ten. Kaum gelang es, von den wilden Horden Erfüllung des Ver-trages mit Ausnahme der Bedingung des Waffenstillstandes zu erhalten.Ein genuesisches Schiff brachte den König mit dem Neste des Heeresnach Ptolemais. Hier verweilte er bis in das dritte Jahr, Gelegenheitzu nützlichen Unternehmungen von der Zwietracht der syrischen Sara-cenen mit den Mameluken erwartend. Doch die beiden Parteien schloffenim Jahre 1253 Frieden, wobei sie den Jordan als Grenze ihrer Ge-biete annahmen, und Ludwig, der inzwischen Nachricht vom Tode seinerMutter erhalten, kehrte im Jahre 1254 auf wenigen Schiffen in die