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2. Die christliche Zeit 1 (1855) Fünfzehn Jahrhunderte
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388
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Z88 Frankreich, England und Spanien im Zeitalter der Krcuzziigc.

nahm auch der französische Thronfolger Ludwig an dem Kriege Thcil,handelte gemäß den Wünschen des Legaten und kehrte, da es ihm nurum die Lösung eines diesfälligen Gelübdes zu thnn gewesen, bald wiedernach dem Norden zurück. Der Muth des Grafen von Toulouse war i

gebrochen, und er übergab seine Länder dem päpstlichen Legaten als !

Pfand seiner Bereitwilligkeit zur Erfüllung der Forderungen der Kirche. ^

Obgleich jedoch der Papst den Grafen, der schon mehrmals die Handzum Frieden geboten, zn hart behandelt fand, sprach das vierte late-ranische Concil die besetzten Länder, in denen er die Häresie nicht zu '

unterdrücken vermocht hatte, dem Sieger zum Besitze unter französischer ^

Lehenshoheit zu, während Raimund nur seine auf der linken Seite der §

Rhone gelegenen Besitzungen behalten sollte. Die Bürger von Toulouseerhoben sich jedoch im Jahre 1217 gegen den eben abwesenden neuenHerrn, und der alte, welcher wiederkehrte, verthcidigte sich mit Hülfe des !

neuen aragonischen Königs Jakob I., des Sohnes Peters, gegen den i-

belagernden Gegner, der in diesem Kampfe fiel. Simons ältester !

Sohn Amalrich zeigte sich der Wiederherstellung der väterlichen Herr-schaft nicht gewachsen, und da Ludwig, den sein Vater nach dem Süden ^

gesandt, die -Sache nicht mit Eifer betrieb, kam Raimund wieder in >

Besitz seiner Länder. Erst als König trat Ludwig VIII., nachdem er ^

in einem Kriege mit Heinrich III. Poitou vertheidigt und fast ganzEupenne erobert hatte, ernster gegen den Grafen von Toulouse auf. -

Der Kampf begann im Jahre 1226 mit Eroberung der zum arelatischen >

Reiche gehörigen Stadt Avignon, um derentwillen der Kaiser mit dem !

Versprechen künftiger Zurückgabe beschwichtigt wurde. Der König starb ,>

im Laufe seiner Unternehmungen, und die beiden ersten Jahre der fol-genden Negierung brachten die Beendigung des Krieges. Raimundtrat, während Amalrichö Ansprüche nicht mehr beachtet wurden oderaufgegeben waren, die größere östliche Hälfte seiner Länder bis zu deinFlusse Tarn an die Krone ab, versprach den Nebergang der andern Hälftean seine mit Ludwigs IX. Bruder zu vermählende Tochter, und ver-söhnte sich mit der Kirche unter dem Versprechen, ihren Vortheil inseinem Gebiete wahrzunehmen und zur Unterdrückung der Häresie mit- ^zuwirken. Dem Zwecke aber, um dcssentwillen die Kriege geführt worden jwaren, hatte man sich nur genähert, und es bedurfte nun der eigentlichkirchlichen Thätigkeit, die Irrenden zurückzurufen und weiterer Verbrei-tung des Jrrthums zu steuern. Da hierzu vor Allem die Ermittlungder dem Jrrthume verfallenen Personen nöthig war, wurde den Bischöfenzur Pflicht gemacht, ihre Diöcesen selbst oder durch Stellvertreter mittelstregelmäßig wiederholter Reisen zu untersuchen. Dieses Geschäft, In-quisition genannt, wurde unter Gregor IX. Mitgliedern des inzwischen !entstandenen Dominikanerordens übertragen. Aus den vorübergehenden