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2. Die christliche Zeit 1 (1855) Fünfzehn Jahrhunderte
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Frankreich, England und Spanien im Zeitalter der Krcuzziige. 337

Peter von Castelnau, der seinem Beispiele folgte, ward sogar im Jahre1208 ermordet, nnd der Verdacht wegen dieser That fiel auf den GrafenRaimund von Toulouse, der überhaupt als vorzüglichster Beschützerder Irrgläubigen bekannt war. Die Nothwendigkcit, das Nebel zu ver-tilgen und die Unmöglichkeit, die in großer Masse vereinigten, durch denSchutz vieler kleinen Herren deS Landes zu einer politischen Machtgelangten Häretiker auf friedlichem Wege zu bekehren, bewogen denPapst, gegen sie, wie gegen die Saracenen, das Kreuz predigen zulassen. Ohne die Unterstützung der Gewalt ließ sich die Wiedcrauf-richtung der in diesen Gegenden ganz daniederliegenden Kirche und dieWiedereinführung der Verirrten in dieselbe nicht mehr erwarten. Derkriegerische Angriff rief aber kriegerische Vertheidigung hervor, und diedurch Einmischung weltlicher Beweggründe über das von dem Papstegewollte und empfohlene Maß hinausgehende Härte der Angreifer schloßdie Angegriffenen, bei welchen sich der schwärmerische Eifer mit derSorge für das äußere Bestehen vereinigte, zur hartnäckigsten Gegenwehran einander. Die Irrgläubigen, die im Laufe des Krieges von derStadt Albp, einem ihrer Hauptsitze, den Namen Albigenser erhielten,stritten überdies auch mit gereiztem Nationalgefühl, da die Gegnermeistenthcils Nordfranzosen waren und in der Folge mit dem Eingreifendes Königs eine neue Herrschaft ihnen nahte. Es begann ein zwan-zigjähriger Krieg, der durch das ihm folgende Unglück der Länder denFeinden der Kirche Anlaß zu dem ungegründeten Vorwurfe gab, dieBestrafung des Irrglaubens durch blutige Strenge beabsichtigt zu haben.Das erste Kreuzheer sammelte sich zu Lyon, und an seine Spitze tratGraf Simon von Montfort, der sich als tapferer und geschickter Führerbewährte, aber durch Verfolgung eignen Vortheils, wobei die päpstlichenLegaten ihm zu wenig widerstanden, der Kirche, mit deren Sache dieseinige verwechselt wurde, in der öffentlichen Meinung schadete. Mehr-maliges Entgegenkommen Raimunds führte nicht zur Ausgleichung, daSimon durch Forderungen, die er für sich selbst machte, denselben in seinefeindliche Stellung zurücktrieb. Beziers und Carcassonne wurden vondem Kreuzheere, das sich in dem Laufe des Krieges öfters ergänzte underneuerte, erobert, und nachdem im Jahre 1212 Toulouse vergeblich be-lagert, eine Schlacht bei Castelnaudary unentschieden geblieben war,erschien ein neuer Feind auf dem Kampfplatze. König Peter II. vonAragonicn, welcher seinem Vater AlphonS II., dem Sohne des GrafenRamon Berengar, gefolgt war, sah seine eignen Gebiete in demKriege angegriffen und führte ein Heer zur Unterstützung des Grafenvon Toulouse herbei. Die Verbündeten wurden aber ungeachtet ihrerüberlegenen Macht im Jahre 1213 bei der Belagerung von Muret ge-schlagen und Peter selbst fiel. Nach Beendigung des englischen Krieges

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