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2. Die christliche Zeit 1 (1855) Fünfzehn Jahrhunderte
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384 Frankreich, England und Spanien im Zeitalter der Kreuzziige.

gerathcn und insgeheim bei Seite geschafft worden. Belastet von demVerdachte des Meuchelmords sank Johann immer tiefer in der Achtung,und Philipp, dessen Streitmacht durch die gemachten Eroberungen ge-wachsen war, sah auch da, als Otto IV. dem Gegner im Jahre 1207zu London Hülfe zur Wiedereroberung des Verlorenen zusagte, seineSache nicht verschlimmert, da Otto IV. bald vom Banne betroffenwurde. Es kam noch hinzu, daß Johann, den man wegen seiner Sitten-losigkeit einer Hinneigung zum Islam beschuldigte, durch Widerstrebengegen die rechtmäßige Wahl des Erzbischofs Stephan Langton vonCanterburp seinem Reiche das Jnterdict und sich den Bann zuzog.Philipp hatte schon zwei Mal, einmal auf die Klagen von Johannsfranzösischen Vasallen und dann auf die Kunde von Arthurs Ermordung,den König von England als seinen Vasallen vor einen höchsten Gerichts-hof, das Gericht der Pairs, gezogen, das sich unter seiner Regierunggebildet hatte und Anfangs zwölf Glieder, den Erzbischof von Rheims,die Bischöfe von Laon, Langres, Beauvais, Chalous und Noyon, dieHerzoge von Burgund, Normandie und Gupenne und die Grafen vonFlandern, Champagne und Toulouse umfaßte. Hier war nach derzweiten Vorladung der Ausgebliebene zum Tode verurtheilt worden.Die über den Gegner in Anspruch genommene Gewalt erhielt eine Be-stätigung, als der Papst den König von England seiner Würde entsetzteund dem Könige von Frankreich auftrug, den Spruch mittelst EroberungEnglands zu vollstrecken. Englische Große, deren Familien durch Jo-hanns Habsucht an ihrer Habe, durch seine Sittenlosigkeit an ihrer EhreSchaden gelitten, erwarteten von Frankreich aus die Gelegenheit zuHerstellung und Rache, und die Geistlichkeit, die von Johann in wildenAusbrüchen des Zornes durch das ganze Reich grausam verfolgt wurde,harrte der Erlösung entgegen. Im Jahre 1214 erschien Johann miteinem Heere in Gupenne, während Otto IV., unterstützt von den mitPhilipp in altem Zwist lebenden Flanderern, durch deren Land in Frank-reich einzudringen suchte. Johann wurde durch Philipps Sohn Ludwiggeschlagen, und von dieser Seite her mißlang die Unternehmung durchdie Unfähigkeit des englischen Königs. Indessen wies der König dendeutsch-flandrischen Angriff durch den Sieg bei Bovines zurück und,gefeiert von den durch diesen Erfolg über fremde Waffen zu höheremNationalgefühl erhobenen Franzosen, sah er sich dem lang bekämpftenEngland und dem der Königsmacht widerstrebenden Vasallenthume gegen-über' auf der Höhe einer Gewalt, die ihn aus einem Oberlehenöherrnzu einem Könige in neuem Sinne, zu einem Herrscher machte. Hatteder Anfang seiner Negierung der Negierung seiner Vorgänger geglichen,so zeigte sich gegen Ende derselben eine neue Zeit für Frankreich ange-brochen. Nach solchen Ereignissen stand der Weg zur Eroberung Eng-